Sonntag, 7. August 2016

Das Ende der Welt ist nah!


(Quelle: Digital Publishers)
Redux - Das Erwachen der Kinder
(Erik Lindberg - Reihe Band 2)
von Thomas Kowa
(420 Seiten)



Weitere Informationen findet Ihr hier

In der Schweiz wird eine Leiche in einem Grab gefunden. So weit, so normal. Jedoch liegt dieses Grab in einem Wald, die Tote wurde ermordet und Erik Lindberg merkt selbst mit dem Kater am frühen Morgen, dass dieser Mordfall anders ist als die sonstigen. Denn kurz nach dem Fund geht ein Bekennerschreiben bei einer Boulevard-Zeitung ein, in dem der Täter den Weltuntergang prophezeit und diese Drohung mit Milzbrand unterstreicht. Die Zeit läuft...

„Redux – Das Erwachen der Kinder“ ist der zweite Fall von Erik Lindberg und hat mich komplett überzeugt. Der Autor Thomas Kowa kann nahtlos an den ersten Teil anknüpfen und steigert sich in meinen Augen sogar nochmal. Klasse!

Die Gesschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man, wie schon im ersten Fall, großteilig dem Ermittler Erik Lindberg, der neben seinem Beruf auch noch aufopferungsvoll um seine im Koma liegende Freundin Paula kümmert. Die erste Tote nimmt ihn jedoch so in Beschlag, dass er kaum noch zum Schlafen denn zu einem irgendwie gearteten Privatleben kommt. Die Ermittlungen führen ihn und seine Partnerin Mia in eine tiefgläubige Gemeinschaft, in der der Glaube an Wiedererweckung so tief verwurzelt ist wie der Glauben an den nahenden Weltuntergang. Hinzu kommen dunkle Geheimnisse innerhalb der Bundespolizei, die den beiden Kommissaren das Leben schwer machen.

Erik Lindberg, Mia Adam und auch die Kriminaltechnikerin Katharina Zach wirken lebensnah und realistisch. Während der Kommissar in meinen Augen ruhiger und gefasster als bei seinem ersten Fall. Dabei rutscht er keinesfalls in die Langeweile ab, sondern wirkte auf mich einfach fest in seinem Job und Leben verwurzelt. Katharina Zach bekommt endlich so etwas wie ein Privatleben und einen Hintergrund, der mir im ersten Teil noch gefehlt hat. Mit ihrer leicht frechen und zynischen Art und ihrer ganz bestimmten Vorliebe ist sie mir direkt ans Herz gewachsen. Stellenweise erinnerte mich die Technikerin an Abby aus NCIS. Jedoch hat Katharina ihren ganz eigenen Charme.

Doch was wäre Polizeiarbeit ohne einen Gegenspieler in den eigenen Reihen? In Redux ist es Lindbergs Chef Graf. Der karrierebedachte Mann sieht in den Ermittlungen nur ein Sprungbrett in die Politik, setzt seinen Ermittler unter Druck und will eigentlich nur eins: groß rauskommen. Ich konnte und kann Graf mit voll Inbrunst hassen. Das schaffen auch nur wenige Autoren.

Die Story ist spannend und von Seite 1 an fesselnd erzählt. Thomas Kowa verwebt religiöse Fakten aus der Vergangenheit geschickt mit den Geschehnissen der Gegenwart ohne sich dabei in Details zu verlieren. Die Ermittler gehen mutig an die Fälle ran, ohne dabei den Blick für die Risiken zu verlieren. Das macht den Thriller in meinen Augen so wirklichkeitsnah und großartig.

Das Finale geriet dann zwar fast hollywoodlike, aber immer noch passend für das gesamte Buch. Ich habe mit Lindberg gebangt, geflucht und Schmerzen erlitten. Ich war so fasziniert beim Lesen, dass ich weder merkte, wie spät es wurde noch, dass ich eigentlich seit Stunden schlafen sollte. Klasse!

Der Stil von Thomas Kowa ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise wirkt ruhig, unaufgeregt und glänzt mit der genau richtigen Mischung aus Details, Fakten und spannenden Ermittlungen. Blutige Details sucht man hier vergeblich, aber das muss auch nicht sein, denn der Autor überzeugt mit seinem erzählerischen Können!

Fazit: Redux raubte mir den Schlaf und ich habe es genossen. Klare Leseempfehlung.



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