21. November 2016

Macht führt zum Tod

Kontrolle. Macht. Tod.
von Klaus Schuker
(271 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Privatdetektiv Molden soll herausfinden, wer hinter dem anonymen Anruf bei der Polizei steckt, mit dem ein junger Mann des Mordes beschuldigt wird. Nebenbei muss er selbst aufpassen, dass er sich nicht auf eine Affäre mit der verheirateten Greta Sommer einlässt, denn die Frau hat ihn im Sturm erobert. Je mehr Molden ermittelt, desto mehr dunkle Geheimnisse kommen ans Licht.

„Kontrolle.Macht.Tod.“ war mein zweiter Thriller von Klaus Schuker und hat mich leider nicht überzeugt. Während ich von „Engelsspiel“ sehr begeistert war, beschreitet der Autor hier nun so ruhige Wege, dass ich kurz davor war, Molden Amphetamin zu spritzen, damit er aus der Hüfte kommt.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur Molden, sondern auch den Opfern des Mörders und bekommt einen Einblick in die Gedankenwelt des Täters. Diese Mischung fand ich sehr ansprechend. Denn obwohl es durch diese Wechsel der Blickwinkel zu vielen Figuren kam, konnte ich dem Thriller zu jeder Zeit folgen. Echt klasse.

Die Charaktere tragen im Normalfall so einen Roman und tragen zum Gelingen oder Scheitern bei. In diesem Fall blieben sie für mich einfach nur blass, farblos und ohne Leben. Zwar beschreibt Klaus Schuker seine agierenden Figuren sehr gut und gibt ihnen eine Vergangenheit, jedoch konnte ich keine Beziehung zu ihnen aufbauen. Molden als Ermittler hat was von Columbo, kommt aber selbst für dessen Verhältnisse nicht aus den Puschen. Für mich war der Detektiv nur grau. Ein Gesicht unter vielen, keine Besonderheiten. Das ist zwar als Ermittler, der nicht auffallen darf, durchaus hilfreich, er blieb aber nicht mal in meinen Gedanken haften. Leider.

Die Story an sich ist ansprechend erzählt. Auch wenn mich der Ermittler nicht in seinen Bann ziehen konnte, war ich interessiert, warum die Morde geschehen sind. Doch dieses Interesse ließ mehr und mehr nach. Denn wenn alles Grau in Grau ist, was soll ich da noch herausfinden, ob es eine Leiche mehr oder weniger gibt. Denn die Opfer waren für mich durch ihre Blässe bedeutungslos und somit konnte ich auch nicht mitfiebern.

So legte ich das Buch dann auch gut 90 Seiten vor Schluss zur Seite, weil es mich einfach nicht mehr neugierig machte, was denn nun wie passiert ist. Und das ist echt schade, denn ich kenne von Klaus Schuker bessere Werke.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist ruhig, gediegen und strahlt Bodenständigkeit aus. Ein Krimi für einen verregneten Nachmittag, wenn man sich einfach nicht aufregen mag.

Fazit: es hätte echt klasse werden können, aber diese Macht hatte der Thriller nicht. Schade!

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