Montag, 29. Februar 2016

Nach kurzer Zeit meine Nerven getötet

Neuntöter
von Ule Hansen
(498 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Berlin, Potsdamer Platz: ein kleiner Junge findet 3 "Aliens": 3 Leichen, die fest in Panzertape gewickelt in einem Gerüst hängen. Vor allen Augen versteckt hinter einer großen Bauplane. Emma Carow von der operativen Fallanalyse und ihre Kollegen werden herangezogen. Was geht in solch einem Täter vor? Und was bewegte ihn zu der Tat? Emma ist sich schnell sicher, dass der Täter nicht dem typischen Serienkillerschema entspricht. Doch so wirklich will man ihr nicht glauben. Bis die Ermittlungen mehr zu Tage fördern...

"Neuntöter" ist das Debüt vom Autorenduo Ule Hansen und lässt mich leider genervt anstatt gethrillt zurück. Die Story klang vielversprechend und auch für Berlin außergewöhnlich, die Umsetzung jedoch scheiterte für mich an der nervigen Hauptfigur.

Die Geschichte wird zwar von einem auktorialen Erzähler berichtet, jedoch hat man beim Lesen das Gefühl, dass man sich in dem Kopf von Emma Carow rumtreibt. So folgt man ihr bei ihren Recherchen und Gedankengängen, gibt sich mit ihr Rachefantasien gegen ihren Vergewaltiger, der erst seit kurzem wieder auf freiem Fuß ist, hin und hasst mit ihr generell alles und jeden. Als die Ermittlungen beginnen, war ich durchaus fasziniert von der soziophoben Art Emmas und auch von den Ansätzen, die die OFA an den Tag legt. Denn bisher habe ich noch kein Team erlebt, welches mitten in der Nacht versucht, den Tathergang nachzustellen. Toll!

Doch je weiter es voranging, desto mehr kamen die für mich nervigen Seiten an Emma und ihren Kollegen zutage. Ich muss die Hauptfigur nicht toll finden um mit einem Roman warm zu werden. Und ich mag es, wenn die Charaktere Ecken und Kanten haben. Jedoch war es hier für mich zu viel des guten. Emma ist nicht nur soziophob, was ich durchaus spannend gefunden habe, nein, sie ist auch noch arrogant, egozentrisch und null einsichtig. Ihre Chefin Brennemann raucht trotz Schwangerschaft und führt ihr Team auch nur noch mehr so spaßeshalber. Der neue Kollege ist typisch Mann und bekämpft erstmal alles, was weiblich ist, eben weil er die Eier in der Hose hat. Und der Leiter der Mordkommission hätte bitte gern einen bequemen Tatverdächtigen. Ob es der richtige ist, ist ihm erstmal egal. Könnte ich mit einer verschrobenen Figur echt gut leben, waren es mir hier zu viele. 

Auch die Reaktionen in einer bestimmten Szene zur Mitte hin haben mich eher angewidert als angesprochen. Wenn Polizisten durch die Bank weg so reagieren, dann gute Nacht Marie. Ich weiß, dass gerade Ermittlungen im Milieu nicht zimperlich verlaufen und man einen schwarzen Humor benötigt um die Grausamkeiten zu verarbeiten, aber hier waren die Reaktionen einfach nur widerlich für mich. Und diese ganzen Kleinigkeiten führten dazu, dass ich das Buch nach der Hälfte zur Seite legen musste. Ich war beim Lesen einfach nur noch aggressiv und konnte der Story nicht mehr folgen, weil ich mich permanent über die Handlungsweisen der Figuren aufgeregt habe. Schade!

Der Stil von Ule Hansen ist ungewöhnlich, aber gut zu lesen. Das Duo arbeitet mit kurzen, abgehackten Sätzen, die einem das Gefühl geben, den Gedanken von Emma beizuwohnen und bei der Entstehung live dabei zu sein. Das war zu Beginn etwas schwierig, aber nach einer Eingewöhnung konnte ich dem Ganzen gut folgen. 

Fazit: der Neuntöter hat mich leider Nerven gekostet. Schade!


Samstag, 27. Februar 2016

Capou undercover

Von Schweinen und Menschen
(Robert Capou Band 2)
von Georg Bruckmann

Eine Hörprobe findet Ihr hier


Robert Capou wird auf einen neuen Fall angesetzt: der Chef eines großen Zeitungsimperiums wird beim Prozess um eine Vergewaltigung freigesprochen. Doch so ganz koscher ist das nicht gelaufen. Also genau was für Capou!

"Von Schweinen und Menschen" ist der 2. Fall für Robert Capou und hat mich begeistert. Georg Bruckmann lässt seinen zwielichtigen Helden diesmal in einem Medienkonzern agieren. Und das mit viel Spannung!

Für mich muss ein Hörbuch, dessen Geschichte ich zum Beispiel nicht als Buch kenne, leicht verfolgbar und fesselnd sein. Und das ist die Story von Capou definitiv. Auch wenn die Grundidee nicht die neuste ist, überzeugt mich der Sprecher durch den Aufbau und seine mehr als sympathische Hauptfigur.

Das Schöne ist, dass Capou mit seiner eigenen Schnauze und auf seine eigene Art ermittelt, ohne dabei aber realitätsfern zu werden. Durch die dunkle Stimme Bruckmanns wirkt der Ermittler düster, gefährlich, zugleich aber auch sympathisch und menschlich. Eine tolle Mischung.

Die Story selbst ist kreativ, bodenständig und bietet genau den richtigen Spannungsbogen. Ich habe das Hörbuch nebenher gehört und dies ging sehr gut. Denn die Geschichte hat mich gefesselt, aber dennoch so weit Freiraum geboten, dass ich nicht nur vor dem mp3-Player sitzen musste. Perfekt also für Hausarbeit, Autofahren oder Arbeiten.

Fazit: Capou zum Zweiten. Ich kann ihm empfehlen.

Montag, 22. Februar 2016

Im Sauerland kann es blutig werden

Tief steht die Sonne
(Inka-Luhmann-Reihe Band 3)
von Welter & Gantenberg

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Inka Luhmann kehrt mit ihrer Familie grade aus dem Dänemarkurlaub zurück, als sie auch schon zu einem Mordfall gerufen wird. Auf einem Campingplatz wurde der Platzwart ermordet, gepfählt mit einem Pflock. Die Ermittlungen laufen gut an und doch stellt sich die Frage: wer bringt einen Platzwart um?

„Tief steht die Sonne“ ist der 3. Fall von Inka Luhmann aus der Feder des Autorenduos Oliver Welter und Michael Gantenberg. Ich kenne die Vorgänger nicht, dennoch fand ich mich sehr gut in dem Krimi zurecht und habe das Lesen sehr genossen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Großteils folgt man Inka und ihrem Team bei den Ermittlungen, jedoch gewähren die Autoren auch einen Einblick in die Gedankenwelt des Täters und auch Nebenschauplätze bekommen Zeit und Raum. Diese Mischung hat mir sehr gut gefallen, zumal der Krimi durch die verschiedenen Stränge lebt und sich nicht daran aufhängt.

Obwohl dies mein erstes Buch der beiden Autoren ist, fand ich sehr schnell in den Roman hinein. Beim Lesen merkte ich jedoch, dass mir für die Entwicklung der Figuren so manche Information fehlt. Chronologisches Lesen ist somit zwar nicht Pflicht, aber dennoch empfehlenswert.

Besonders gut hat mir der Aufbau der Figuren gefallen. Inka Luhmann als leitende Ermittlerin ist KEIN psychisches Wrack, sondern hat einen liebenden Ehemann und zwei wundervolle Kinder zu Hause. Auch ihr Team ist herrlich normal und bodenständig, ohne dabei langweilig zu sein. Im Gegenteil, endlich wirkt mal die Polizei wie aus dem Leben gegriffen und nicht wie eine Ansammlung an psychisch fertigen Menschen, die nur noch durch den Rest Würde im Leib aufrecht gehalten werden.

Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass ich Inka, Henne und die Kollegen schnell ins Herz geschlossen habe. Jeder Charakter hat seine Vorzüge und Eigenheiten. Und klar gibt es hier auch den echt arroganten Chef, der die Ermittlungen am liebsten schon gestern beendet gesehen hätte. Aber was wäre die Krimi-Welt ohne ein paar liebgewonnene Klischees? In diesem Fall passten sie einfach sehr gut ohne zu nerven. So muss das sein.

Die Story selbst ist spannend und grundsolide. Ich hatte beim Lesen das Gefühl, wirklicher und ehrlicher Polizeiarbeit beiwohnen zu dürfen. Keine übertriebenen Hetzjagden, keine CSI-ähnlichen Obduktionen, sondern einfach Fleißarbeit, Kombinationsgabe und Ermittlungen. So lobe ich mir einen Krimi, der im Sauerland spielt.Toll!

Das Ende war rund und hat in meinen Augen sehr gut gepasst. Die losen Enden wurden konsequent zusammengeführt und zu einem für mich grandiosen Abschluss gebracht.

Der Stil von Welter und Gantenberg ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, locker und an genau den richtigen Stellen detailreich.

Fazit: das Sauerland ist gar nicht so langweilig, wie man immer meint. Lesen!

Donnerstag, 18. Februar 2016

Leseflaute oder Der Feind in meinem Bett

(Quelle: View Stern)


Hallo Ihr Lieben,

kennt Ihr das? Ihr kommt nach Hause nach einem harten Arbeitstag, freut Euch auf Euer Sofa und Buch und dann....ist der Fussel an der Lieblingsdecke spannender. Nach 2 gelesenen Sätzen kreisen die Gedanken um alles, nur nicht um die Geschichte. Nach nicht mal 5 Minuten steht Ihr wieder auf und kümmert Euch um den Abwasch, schaut die drölfundzwölfigste Folge von "Diese Drombuschs" oder sortiert Eure Socken nach Farbe. 

Wenn Euch das bekannt vorkommt, dann geht es Euch wie mir und Ihr habt:

LESEFLAUTE

DÖM DÖM DÖM *dramatische Musik einspiel* Nun, Spaß beiseite....

Leseflaute ist der Feind eines jeden Bücherwurms. Und mich hat sie seit gut 2 Wochen im Griff. Das hat mehrere Gründe: gesundheitlich bin ich angeschlagen, im Job wird viel gefordert und so bleiben die ruhigen Momente für ein Buch auf der Strecke. Und wenn ich sie habe, dann schaue ich mein Buch an und denke "och nee!". Und das liegt nicht an dem Roman, den ich am Wickel habe. Denn der liest sich großartig, wenn ich denn mal mehr als 3 Seiten lese. Mein Hirn will momentan einfach nicht so wie ich.

Doch warum erzähle ich Euch das? Nun, zum Einen erleichtert es mich, dass Ihr als Leser wisst, was dahinter steckt, wenn es hier ruhiger ist. Und zum Anderen will ich einfach zeigen, dass selbst das schönste Hobby nicht immer die Beruhigung ist, die man sich wünscht. 

Und nun? Jetzt muss ich das haben, was ich so hasse: Geduld. Bah! Auf meinem Tisch liegen so viele schöne Bücher, die mich jeden Abend anflüstern. Aber ich kann jedem Roman nur gerecht werden, wenn ich wirklich Lust habe. Daher:

Heute ist nicht alle Tage, ich komm wieder, keine Frage!

Bleibt einfach dran und freut Euch mit mir auf Rezensionen, auch wenn sie nicht so häufig erscheinen wie gewohnt!

Eure Denise

Sonntag, 14. Februar 2016

[Ankündigung] Peter v. Brett kommt auf Lesetour


Hallo Ihr Lieben,

ich hatte es auf meiner Facebookseite schon kurz angedeutet: es kommt was Großes auf uns zu! Und nun kann ich Euch auch verraten was:

Peter v. Brett kommt auf Lesetour nach Deutschland und Österreich!

Der Erschaffer des Dämonenzyklus besucht 3 deutsche Städte und Wien. 

Wo genau? 

WIEN
Dienstag, 15. März 2016  19:30 Uhr 
Buchhandlung Wilhelm Frick Graben 27

LÜNEBURG
Mittwoch, 16. März 2016 20:00 Uhr 
Kunstsaal Lüneburg
Marie-Curie-Straße 5


BERLIN
Donnerstag, 17. März 2016 20:00 Uhr
DTK-Wasserturm
Kopischstraße 7


LEIPZIG
Samstag, 19. März 2016 18:00 Uhr
Bahnhofsbuchhandlung Ludwig im Promenaden HBF 
Willy-Brandt-Platz 5
Querbahnsteig, Preußischer Wartesaal

Weitere Informationen findet Ihr auch hier

Und da mein Herz neben Thriller auch für Fantasy schlägt, bin ich am 17. März in Berlin live dabei. Doch ich darf nicht nur an der Lesung teilnehmen, NEIN, ich darf im Vorfeld Peter v. Brett auch noch live interviewen. Und da bin ich schon jetzt sehr aufgeregt, denn wann darf man schon mal so einer Größe Aug und Aug Löcher in den Bauch fragen?

Wie geht es Euch? Werdet Ihr die Chance nutzen ihn live zu sehen?

Aufgeregte Grüße
Eure Denise

Samstag, 13. Februar 2016

Wenn Fiktion Wirklichkeit wird


(Quelle: L.C. Frey)
Totgespielt
von L.C. Frey
(378 Seiten)

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Andreas Herzog ist Thrillerautor. Ein einigermaßen erfolgreicher Thrillerautor. Sein neustes Werk erscheint Heiligabend und nach der ersten Lesung macht er sich auf den Weg zu seiner Exfrau und seinem Sohn Tommy. 3 Tage später wird Herzogs Porsche am Straßenrand gefunden. Der Autor selbst liegt verletzt im Krankenhaus und hat keinerlei Erinnerung. Es gibt nur einen Hinweis: einen Schriftzug auf seinem Arm "Du warst es nicht"...

"Totgespielt" ist mein zweiter Thriller aus der Feder von L.C.Frey und hat mir sehr gut gefallen. Der Autor erschafft mit Andreas Herzog quasi ein Spiegelbild seiner Selbst und jagt den Thrillerautoren durch eine Story, die mich an den Fingernägeln knabbern ließ.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Zum Großteil begleitet man den Schriftsteller Andreas Herzog bei seinem Zug durch Bars, Frauenwohnungen und dem Krankenhaus, in dem er behandelt wird. Dort wird er auch mit der Realität konfrontiert: seine Exfrau wurde ermordet. Einziger Verdächtiger: er selbst! Hals über Kopf und ohne einen Plan türmt der Autor aus dem Krankenhaus und begibt sich auf die Suche nach dem Täter, der vielleicht in ihm schlummert. 

Herzog ist beleibe kein Sympathieträger. Zu Beginn fiel mir nur ein Wort für ihn ein: Arschloch! Mit fast diabolischen Freuden las ich von seinem Unfall und hoffte, dass ihm dieser Schlag sein großes Maul stopft. Doch schnell erkannte ich, dass Andreas gar nicht so mies ist, wie er scheint. Je länger seine Flucht andauerte, desto mehr forschte und zweifelte ich mit ihm an seiner Persönlichkeit, hatte Angst um seinen Verstand und verfluchte die Polizei. 

Auch die anderen Figuren, allen voran Dr. Steinlein und Hauptkommissar Walkowiak, haben Ecken und Kanten. Das hat mir sehr gut gefallen. L.C. Frey glorifiziert in keinster Weise die Ermittler, sondern zeigt sie realistisch und menschlich. Und so konnte ich die Wutausbrüche Walkowiaks sehr gut nachvollziehen und habe nur kurz mit der Wimper gezuckt, als er nicht ganz gesetzeskonform handelt. Das machte den Reiz der Geschichte aus.

Die Story selbst ist spannend und mitreißend erzählt. Der Autor baut durch die Selbstzweifel Herzogs einen unbändigen Sog auf, schleift seine Leser immer tiefer in das geistige Labyrinth und rammt ihnen zum Schluss die Wahrheit so unbarmherzig ins Hirn, dass ich erschrocken keuchte. Und selbst als ich dachte "Ha, jetzt weiß ich, was du von mir willst, Frey", gab es eine neue Abzweigung, die mich stutzen ließ. Einfach toll!

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. L.C. Freys Erzählweise ist knackig, an den passenden Stellen mit Ironie gespickt und mit Liebe zu blutigen Details. Für mich eine gelungene Mischung.

Fazit: der Autor hat meine Nerven totgespielt! Unbedingt lesen!

Mittwoch, 10. Februar 2016

Die Ewigkeit ist real!

Mission Ewigkeit
(Sigma-Force-Reihe Band 8)
von James Rollins

Eine Leseprobe findet Ihr hier

Die Sigma Force steht für Spezialeinsätze in gefährlichen Gebieten unter unmenschlichen Bedingungen. Und nun sollen sie eine Amerikanerin aus den Händen von somalischen Piraten retten? Direktor Painter ist alles andere als begeistert. Bis er erfährt, dass die Amerikanerin die Tochter des Präsidenten und zudem hochschwanger ist. Warum hat die junge Frau sich noch auf so eine gefährliche Reise begeben? Painter schickt sein Team los, nicht ahnend, in welches Wespennest er damit sticht...

"Mission Ewigkeit" ist bereits Band 8 der Sigma-Force-Reihe von James Rollins und konnte mich wieder mal begeistern. Der Autor versteht es wie kein zweiter, Wissenschaft, Thriller und den Blick in die Zukunft so geschickt miteinander zu verweben, dass selbst ich Skeptikerin nur nickend da sitze und denke: "Ja, das stimmt, so MUSS es einfach sein!"

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man den verschiedenen Einheiten der Sigma, reist von Somalia über Dubai bis hin in die USA und darf dabei kaum Luft holen. Denn die Teams schweben permanent in Gefahr. Dabei wirken die Einsätze aber nicht übertrieben, sondern enthalten so viel Realität, dass ich James Rollins jeden Handgriff glaube! Grandios!

Die Figuren sind altbekannt und hier merkte ich wieder, dass man die Bände unbedingt chronologisch lesen sollte. Denn viele Personen machen eine Wandlung durch, die erst verständlich wird, wenn man die Vorgänger kennt. Einen Charakter habe ich besonders ins Herz geschlossen: Tucker und sein Hund Kane. Ich habe noch in keinem Thriller so viel Liebe in den Zeilen gespürt, wie bei diesem Team. Tucker vertraut seinem Hund blind und Kane dankt es ihm mit Einsätzen, bei dem seine eigene Sicherheit in den Hintergrund rückt. Mir kamen bei so mancher Szene die Tränen, ich habe mit den beiden gekämpft, geschnüffelt und war froh, wenn sie die Missionen erfolgreich meisterten.
Natürlich blieben mir auch die vertrauten Figuren nicht fremd. Es fühlte sich schon nach wenigen Seiten so an, als ob ich wieder nach Hause komme. Und das passiert mir bei einer Thriller-Reihe äußerst selten. Chapeau Mr. Rollins!

Die Story selbst ist von Seite 1 einfach nur fesselnd. Man rast nur so durch die Begebenheiten, holt ab und an Luft, nur um dann noch mehr Gefahren zu besiegen. Ich fühlte mich jedoch zu keinem Zeitpunkt gehetzt oder gejagt, sondern empfand die Schnelligkeit als passend. Das Finale ist super aufgebaut und in sich logisch. Ich habe ein paar Mal ungläubig nach Luft geschnappt, gedacht "Das kann er jetzt nicht ernst meinen!", nur um zu erkennnen, dass der Autor dies durchaus tat. Wow!

Der Stil von James Rollins ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist rasant, direkt und detailreich. Der Autor webt in die Actionszenen so geschickt wissenschaftliche Details ein, dass ich mir nach der Lektüre die weiterführenden Quellen, die er nennt, angeschaut habe. Toll!

Fazit: die Sigma-Force ist stark wie nie. Lesen!

Sonntag, 7. Februar 2016

Ein kopfloser Dirigent gibt Berlin Rätsel auf

Abschiedskonzert
von Kristina Herzog
(250 Seiten)

Mehr Infos findet Ihr hier

Die Putzfrau des Berliner Konzerthauses findet den Kopf des Stardirigenten Kolja Fechner. Und nur diesen! Die Ermittler Alexander Rosenberg, der gerade frisch nach Berlin gezogen ist, und Kathleen Neubauer sind ratlos. Wo ist der Rest der Leiche? Und wer tötet einen Künstler? Ihre Ermittlungen lassen die beiden Polizisten in einen Sumpf aus Geld, Macht und Korruption eintauchen.

"Abschiedskonzert" war mein erster Krimi von Kristina Herzog und er lässt mich zwiegespalten zurück. Die Autorin hat eine tolle Art zu erzählen und hat mich so auch gepackt, jedoch ist die Story um Alex und Kathleen gespickt mit Klischees und altbekannten Mustern, so dass mich hier nichts neues erwartet hat.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man sowohl Alexander, der sich gerade in Berlin und seinem Job bei der Kripo einlebt, als auch Kathleen, die als alleinerziehende Mutter wahrlich zu kämpfen hat. Kristina Herzog ließ in meinem Hirn durch ihre Beschreibungen Berlin lebendig werden und ich erkannte viele erwähnte Orte wieder. Das war echt toll beim Lesen.

Die beiden Ermittler habe ich nach einer kurzen Eingewöhnungsphase ins Herz geschlossen. Während Alex im Laufe des Krimis immer selbstsicherer wird, öffnet sich Kathleen und zeigt sich ihrem Kollegen gegenüber nicht nur biestig, sondern sogar mitfühlend. Diese Entwicklungen fand ich gelungen und authentisch. Toll!

Die Story hat mich zwar von Seite 1 mitgenommen, jedoch lag das eher an der Erzählweise der Autorin als am Inhalt. Denn dieser ist altbekannt und wird zum Ende hin auch mit Klischees angefühlt. Ob nun Kathleen ihrem Ex mega hinterher trauert, die Kollegen im Revier sich aufführen wie im Kindergarten oder die Verdächtigen einer bestimmten Bevölkerungsgruppe angehören. All das fügte sich zwar sehr gut in den Krimi ein, war mir persönlich aber zu viel an aalglatten und vorhersehbaren Fakten. Schade!

Der Stil von Kistrina Herzog ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, manchmal einfach, aber nie langweilig. So konnte sie mich zum Weiterlesen animieren. Eine klasse Sache.

Fazit: Ein Krimi für zwischendurch, aber für Vielleser des Genres zu einfach.  

Samstag, 6. Februar 2016

Interview mit Markus Heitz

(Copyright: Martin Höhne)

Hallo Ihr Lieben,

ich hatte das große Glück bei der Verlosung von dotbooks exklusiv Markus Heitz interviewen zu dürfen. Er hat sich meinen Fragen per Mail gestellt. Mutig! ;)


F: Welches Buch liest du aktuell?

A: Aktuell - nur Fachliteratur für das nächste Romanprojekt. Und weil das noch geheim ist, kann ich die Titel leider nicht nennen. Aber zum Trost: Ich lese kaum bis gar nichts, seit ich schreibe. Jedenfalls weder Horror noch SF noch Phantastik. Ich empfehle aber die sehr unterhaltsamen Poetry-Slam-Bücher von Torsten Sträter. Cooler Typ, lustige Themen und abgefahren Idee.


F: Horror und Fantasy sind deine Spezialitäten. Hast du schon mal daran gedacht, die Genre zu wechseln und wenn ja, wohin würde es dich verschlagen?

A: Ich schrecke prinzipiell vor nichts zurück, kann mir aber reine Liebesromane eher kaum vorstellen. Ansonsten brauche ich nur die passend-packende Idee, und ich würde in anderen Genres loslegen. Im Thriller-Bereich war ich ebenso schon aktiv wie im Kinderbuchbereich. Ich mag diese Abwechslung.


F: Hand aufs Herz: inwiefern verarbeitest du Personen, die dir im echten Leben auf die Nerven gehen, in deinen Horrorromanen?

A: Ach, im Allgemeinen keine. Wobei die Idee sehr schön ist.



F:  "Schweigepflicht" spielt mit der Angst vor dem Aufzug. Wie kamst du auf das Szenario?

A: Weil ich ja öfter in Aufzügen stehe und warte. Und da haben die Gedanken Zeit zu schweifen, und ich dachte: „Mh, was wäre wohl, wenn beim nächsten Halt einfach alles anders wäre als erwartet.“ Genau. Aufzüge werden immer mal gerne eingesetzt, in Geschichten, in Filmen, in der Werbung. Meine Version gibt es nun auch.


F: Wie entspannst du dich von deinen Geschichten?

A: Ich entspanne mich beim Schreiben. Klingt komisch, ist aber so.


Vielen, vielen Dank, dass Du Dich meinen Fragen gestellt hast.

Freitag, 5. Februar 2016

Prophezeiungen - Mythos und Wahrscheinlichkeit [Blogtour Adolescentia Aeterna]



Hallo Ihr Lieben,

heute macht die Blogtour zum 3. Teil der Adolescentia-Aeterna-Reihe von Bettina Kiraly bei mir Halt. 
Im 3. Band geht es unter anderem um eine Prophezeiung und genau darum geht es heute auch bei mir. 
Viel Spaß!

Mittwoch, 3. Februar 2016

Der psychotischste Antiheld kommt unter die Haube


Deadpool - Die Hochzeit
(160 Seiten)

Unglaublich, aber wahr: Deadpool alias Wade Wilson heiratet. Wieso? Warum? Und vor allem: wen? Nun, das erfährt man in diesem Comic, das es sogar ins Guiness Buch der Rekorde geschafft hat. Warum? Das lest Ihr am besten selbst nach.

Comics und ich sind noch nie richtig warm geworden. Doch bevor ich volllkommen unwissend ins Kino renne um mir den rötesten Helden aller Zeiten anzugucken, musste ein Comicband her. Und typisch Mädchen natürlich das mit den Happy-Ends. Und davon gibt es ganz ganz viele...also ein paar...wenn man richtig hinguckt. Und richtig hingucken sollte man, denn dann hat man als Marvel- und auch Wolverine-Fan ne ganze Menge Spaß.

Was mich positiv überrascht hat und immer noch begeistert: die Autoren und Zeichner nehmen sich selbst auf die Schippe, lassen ihren Antihelden das Geschehen durcheinanderwirbeln und treten sogar selbst in Aktion, wenn es notwendig ist. Keine Spur von bierernster Comickunst, nein, hier wird alles durch den Kakao gezogen, was keine Laktoseintoleranz hat. Und die Intoleranten werden halt durch Schlamm gezogen!

Die Zeichnungen sind je nach Stifteschwinger einzigartig anders, aber ingesamt toll anzusehen. Der Humor Deadpools ist direkt, chaotisch und tiefster Sarkasmus. Damit muss man leben, denn das tut er ja auch!

Allerdings: ein wenig sollte man sich schon im Marvel-Universum auskennen, denn es treten hier viele bekannte und mir weniger bekannte Helden auf und es werden Seitenhiebe ohne Ende verteilt.

Fazit: wer Deadpool will, muss ihn flachlegen. Also als Comic. Und auch so.

Dienstag, 2. Februar 2016

Kennst du die Vergangenheit deiner Eltern?

(Quelle: digital publishers)

Schwarzes Erbe
von Jens Lossau
(368 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Ben und Lina lernen sich schon in jungen Jahren kennen und lieben. Ben teilt mit Lina sogar sein großes Geheimnis: seine Mutter war als junges Mädchen im KZ und hat dies überlebt. Um die Trauer aufzuarbeiten und gleichzeitig auch die NS-Zeit in ihrem Dorf ans Licht zu zerren, zeichnen und schreiben die Zwei einen Comic und treten damit eine Lawine los, die sie nicht mehr aufhalten könnnen.

"Schwarzes Erbe" war mein zweiter Thriller von Jens Lossau und er hat mich beeindruckt. Der Autor befasst sich auf eine intensive und fast poetische Art mit der Schuldfrage in der NS-Zeit und geht dabei einen ungewöhnlichen Weg: seine Hauptfiguren arbeiten mit einem Comic die Vergangenheit auf.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Man begleitet dabei vornehmlich Lina, die ihre Lebensgeschichte in einem Keller zu Papier bringt. Dabei reist man mit ihr in ihre Kindheit, erfährt von ihrem lieblosen Elternhaus und verliebt sich mit ihr in Ben. Der junge und schüchterne Mann trauert auch nach Jahren noch um seine Mutter, die sich das Leben genommen hat. Gemeinsam mit seiner großen Liebe und mit Hilfe der 3 Stoffraben arbeitet er die Vergangenheit auf. Dabei graben die Beiden tiefer, als ihnen gut tut.

Zu Beginn war für mich nicht zu erkennen, wie tief Jens Lossau in die NS-Zeit eintauchen wird. Umso mehr hat mich der Verlauf des Thrillers mitgenommen. Denn Lina und Ben müssen sich nicht nur gegen eine Mauer des Schweigens in ihrem Heimatdorf durchsetzen, nein, sie müssen auch so manchen Terror ertragen. Und gerade für Ben, der an sich schon eine instabile Persönlichkeit ist, ist dies sehr belastend.

Jens Lossau erzählt fast poetisch von den Erlebnissen seiner Figuren, aber er verklärt und beschönigt nichts. Für mich war die ruhige Art gepaart mit den Enthüllungen so manches Mal wie ein Schlag mitten in den Magen. Unvorbereitet traf mich so manche hässliche Wahrheit und ich musste heftig durchatmen. Gerade bei den Beschreibungen des Comics flossen die Tränen, gegen die ich selbst in der S-Bahn nichts tun konnte. Selten hat mich ein Autor so heftig in so kurzer Zeit berührt. Chapeau!

Dabei sind die Charaktere nicht durchweg sympathisch. Selbst Ben, den ich am Anfang sehr mochte, macht eine Wandlung durch, die mich nur noch staunen und den Kopf schütteln ließ. Jedoch hat der Autor für alles eine plausible und logische Erklärung, so dass keine Veränderung aus der Luft gegriffen wirkte. Toll!

Zum Ende hin flog ich nur so durch das ebook. Ich wollte einfach nur wissen, wie Lina mit all den Wahrheiten klar kommt. Und das Finale hat gepasst.

Der Stil von Jens Lossau ist zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Hat man sich aber erstmal eingelesen, liest er sich flüssig und sehr gut.

Fazit: ein ebook, das mit viel mehr aufwartet, als man denkt. Ich kann es empfehlen.

Montag, 1. Februar 2016

SUB-Abbau Extrem - Januar oder auch: aller Anfang ist schwer


(Quelle: Freepik)

Hallo Ihr Lieben,

und schon ist der erste Monat des Jahres rum. Die Zeit rennt! Und da ich, bescheuert wie man manchmal ist, beim SUB Abbau Extrem mitmache, muss ich mich auch der vollen Wahrheit stellen.
Meine "normale" Aufgabe ist es, pro Monat 3 Bücher mehr zu ab- als aufzubauen. Ob durch lesen oder aussortieren, ist erstmal wurscht. Aber rein aussortieren ist ja auch nicht zielführend oder?

Lange Rede, gar kein Sinn. Hier kommen die nackten Zahlen.

Abbau: 10 gelesen, 14 aussortiert = 24
Aufbau: 15

Macht *rechne rechne* einen Abbau von 9
Somit habe ich die Monatsaufgabe erfüllt! *Freudentanz*

Ebooks zählen bei mir nicht in die Statistik, sollen aber dennoch Erwähnung finden. Ich habe diesen Monat 3 ebooks gelesen, was für mich echt viel ist.

Aber es gibt ja noch eine Zusatzsaufgabe. Die lautete für Januar:
Kaufe nur so viele Bücher, wie du bei der Challenge als Abbauziel angegeben hast.

Da war ich echt freudig, weil ich wenig Bücher kaufe. Tja, doof nur, dass kaufen eigentlich erhalten heißt und somit auch alle Freiexemplare einschließt -.-
Somit ist die Zusatzaufgabe nicht erfüllt

Der Januar lief also recht gut, immerhin habe ich die Hauptaufgabe erfüllt.

Auf in den Februar!

Eure Denise