27. Januar 2017

Mein Abschied von Chick-Lit

(Quelle: Tiny buddha)


Hallo Ihr Lieben,

lange hatte ich überlegt, ob ich diesen Beitrag überhaupt verfasse. Denn normalerweise treffe ich meine Entscheidungen für mich und gut ist. Doch heute ist es anders: die Entscheidung betrifft auch meinen Blog. Daher muss es raus.

Ich verabschiede mich von dem Genre Chick - Lit!

"What? Du hast doch nie wirklich Chick-Lit gelesen?!" werden jetzt einige von Euch denken. Und das ist fast richtig. Seit gut 1,5 Jahren habe ich mich, mit sehr wenigen Ausnahmen, dem Thriller-Genre verschrieben. Blutig, düster, psychopathisch. So war und ist meine Lesewelt und so wird sie auch erstmal bleiben.

Dennoch habe ich so manchen humorvollen Frauenroman (nichts anderes ist Chick-Lit ja, es hört sich nur cooler an) gelesen und zu Beginn meiner intensiven Lesezeit vor gut 9 Jahren auch sehr genossen. Ich habe mich mit den weiblichen Hauptfiguren verliebt, habe den muskelbepackten Macho angehimmelt, ihn verflucht und geheult, wenn er sich der blöden blonden Ziege von nebenan zugewandt hat. Ich war auf der Suche nach Mr. Right, habe Werwölfe und Vampire vergöttert, bin mit Erzengeln geflogen und war sogar in einen Zombie verknallt. 

Doch dann....und ich kann nicht mal sagen, wann es genau passierte, langweilten mich diese weichgespülten, zu Herz und auf die Nerven gehenden Geschichten. So viele Romane waren nach Schema F aufgebaut, dass ich direkt aus dem Klappentext heraus vorhersagen konnte, wer wann wie in wen verliebt, entliebt und schlußendlich glücklich sein wird. Chick-Lit forderte mich nicht mehr. Gut, das tat sie nie. Frauenromane sollen unterhalten, ablenken, die Welt vergessen machen. Und das tun sie sehr gut. Nur nicht mehr bei mir.

Meine Lesewelt wurde immer düsterer, brutaler und blutiger. Versuche, mich wieder dem Genre Frauenroman anzunähern, scheitern kläglich an meinen Vorstellungen. Und so ließ ich es ganz sein. Herzschmerz hatte ich im echten Leben genug. Das benötigte ich nicht auch noch zwischen zwei Buchdeckeln. Chick-Lit wurde zu meinem Garant für Gereiztheit und Wut. Und dafür konnten die Romane nichts.

Das können sie bis heute nicht. Man könnte sagen, wir haben uns auseinander gelebt. Entliebt. Wie zwei Menschen, die merken, dass die gemeinsamen Jahre toll waren, man nun aber wieder eigene Wege gehen will.

Und so verabschiede ich mich von all den schmachtenden Frauen, den perfekten Männern und ach so großen Kommunikationshürden. Es war wundervoll, doch unsere Zeit ist vorbei. 

Good bye, Chick-Lit. Hello Darkness, my old friend.

Kommentare:

  1. Na dann - willommen in der Welt des Bösen :-) Ich glaube irgendwann braucht jeder mal einen Wechsel in dem was er liest. Mit Frauenromanen konnte ich noch nie besonders viel anfangen, aber früher habe ich viel Fantasy gelesen, bis ich, ähnlich wie du, festgestellt habe, das irgendwie immer dieselbe Story den hundersten Aufguss erlebt - jedenfalls für mich. Aber wer weiß? Vielleicht sieht es in 1, 2 oder 3 Jahren schon wieder ganz anders aus? Leben ist Veränderung und das ist auch gut so :-)

    LG
    Tina

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    1. Hi Tina,
      danke dir :) Das Böse hat mich ja schon lang in seinen Fängen, aber es gab immer wieder Versuche. Nun ja, wenn man zu oft scheitert, sollte man doch aufhören ;) Und ja, wer weiß, vielleicht gibt es irgendwann DIE Revolution im Genre und wir fangen wieder an zu schmachten.
      LG
      Denise

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