13. Januar 2017

wahrhaftiger Verrat am Lesespaß

Verraten
(Luk-Krieger-Reihe Band 1)
von Florian Schwiecker
(288 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Mitten auf dem Kurfürstendamm in Berlin explodieren in einem Café zwei Bomben. Agent Luk Krieger, der sich im Café mit einem Informanten treffen wollte, kommt knapp mit dem Leben davon. Hatte es der Attentäter auf ihn abgesehen oder ist doch alles nur großer Zufall? Wer steckt hinter dem Anschlag? 

"Verraten" war mein erster Thriller von Florian Schwiecker und wird auch mein letzter sein. Denn der Autor hat so viel Leidenschaft beim Erzählen wie ich beim Mandarinen schälen. Da kann auch die Story um einen Agenten in Deutschland nichts retten.

Die Geschichte beginnt im wahrsten Sinne des Wortes mit einem Paukenschlag. Florian Schwiecker wirft seine Leser mitten in einen Bombenanschlag und lässt sie, wie seine Hauptfigur Luk Krieger, verwirrt und desorientiert zurück. Die Idee zum Einstieg hat mir super gefallen und ich hatte mich schon im Vorfeld sehr auf die Lektüre gefreut. Doch mit jeder Seite mehr merkte ich, dass der Autor bestimmt vieles super kann, nur eines nicht: erzählen.

Denn obwohl der Anschlag mitten in der Hauptstadt stattfindet, es massig Opfer gibt, empfand ich bei den Beschreibungen gar nichts. Florian Schwiecker schaffte es nicht, Atmosphäre aufzubauen und mich mit den Opfern gemeinsam leiden zu lassen. Noch bevor ich wusste, wo ich bin, war auch schon die Action da. Ich mag es rasant, doch das war für mich eher mit dem Holzhammer und dem gesamten Zaun erschlagen. Das wäre noch nicht so schlimm gewesen, wenn es danach wenigstens spannend weitergegangen wäre.

Doch da wurde ich ebenso enttäuscht. Luk Krieger wird als DER Über-Agent dargestellt. Das ist okay und würde passen, wenn eben das Gesamtwerk stimmig wäre. Doch das ist es nicht. Die Erzählweise von Schwiecker erinnerte mich großteilig an einen Schulaufsatz: hölzern, statisch, nicht packend. Er beschrieb die Handlungen exakt so, wie man sie durchführen würde. Emotionen, Spannung, Abwechslung? Leider Fehlanzeige.

Und so flog dieses Buch nach gut 50 Seiten in die Ecke. Ich konnte es einfach nicht lesen. Echt schade, denn es hätte so viel aus der Geschichte gemacht werden können.

Fazit: ich fühle mich verraten! Keine Empfehlung.

Kommentare:

  1. Oh nein, wie schade.
    Die Idee, mit einem Attentat zu beginnen, ein deutscher Agent als Protagonist - das wäre alles schon sehr nach meinem Geschmack. Aber offensichtlich ist die Umsetzung so gar nichts gewesen. Okay, dann halte ich mich auch an Leute, die das besser umgesetzt haben. Danke für die Warnung.

    LG Gabi

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hi Gabi,

      danke für deinen Kommentar :) ich hatte auch große Hoffnung in dieses Buch gesetzt. Leider vergebens. Wenn du was mit Terror in Deutschland lesen magst, empfehle ich "Ohne Ausweg" von Kathrin Lange :)
      LG
      Denise

      Löschen