Freitag, 17. Februar 2017

Ein digitales Rendezvous mit Kathrin Lange



Nicht immer kommen Leser und Autor so zusammen, wie beide Seiten das gern hätten. Nach einer Lesung bleibt vielleicht nicht so viel Zeit, der Autor liest nicht in der eigenen Stadt oder aber man bekommt es vom Timing her nicht hin. Doch was tun, wenn man dennoch mal in Ruhe über das neuste Werk plaudern möchte? Man macht es wie Kathrin Lange und lädt seine Leser zu einem Skype-Abend ein.

Und so durften Dörte von My Books Paradise und ich digital in das Büro der Autorin schlüpfen. Kathrin Lange stellte eine Videokonferenz her. So konnten nicht nur wir die Schriftstellerin besuchen, nein, wir konnten uns auch gegenseitig sehen. Für mich eine besondere Sache, da ich zu dem Zeitpunkt gemütlich im Bett saß *lach*

Nach einer kleinen Vorstellungsrunde ging es auch direkt los. Kathrin wollte unbedingt wissen, welchen Eindruck das Buch bei uns hinterlassen hat. Dabei gab es durchaus verschiedene Meinungen, die die Autorin mit einem Lächeln aufnahm. Ich konnte sehr gut sehen, wie wichtig ihr die Kritik ihrer Leser ist und dass sie jeden Punkt nachvollziehen wollte. Echt klasse!

Über den Inhalt des Buches ging es zu den realen Begebenheiten in Berlin zur Vorweihnachtszeit, Hilfe für Flüchtlinge und das Aufstehen gegen Rechts. Die Autorin selbst ist in diesem Bereich stark engagiert, was ich persönlich klasse finde. Sie merkte jedoch auch an, dass sie genau schaut, in wie weit ihr privates Engagement in ihre Bücher einfließt. Denn sie möchte nicht belehren mit Faris Iskander und seinen Fällen.

Auf unsere neugierigen Fragen, wie es denn im 4. Band weitergeht, lächelte Kathrin und gab nur preis, dass es diesmal nicht um einen Terroranschlag und muslimische Tatverdächtige gehen soll. Denn, so betonte sie, Faris sollte nie ein Terrorexperte werden, sondern sich um religiös motivierte Verbrechen kümmern.

Auch unsere bange Nachfrage, ob die geistige Mutter von Faris schon über sein Ende nachdenkt, wurde von Kathrin Lange beruhigend beantwortet. Faris hat erstmal keine Lust in den Ruhestand zu gehen oder das Handtuch zu werfen. Und, was mich besonders freut, er wird auch nicht in eine kitschige Liebesgeschichte gezwängt. Er bleibt der Ermittler, der er ist.

Den Abschluss bildete eine kleine Diskussion um unsere aktuellen Bücher, die wir lesen und welchen Eindruck sie bei uns hinterlassen. Während Dörte gerade in einem romantischen Werk steckt, lese ich einen blutigen Thriller aus dem Herzen Berlins. 

Ich fände es großartig, wenn mehr Autoren sich per Skype zu ihren Lesern schalten. Denn die eine Stunde verging wie im Flug und ich freue mich noch mehr auf den nächsten Fall von Faris Iskander.

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