6. Februar 2017

Ein Lift, sie zu retten

Darwin City - Die Letzten der Erde
(Darwin-City-Reihe Band 1)
von Jason M. Hough
(608 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Mitte des 23. Jahrhunderts: die gesamte Welt ist öd und leer. Nur in Darwin, Australien, gibt es eine kleine Zone, in der Menschen noch existieren können. Grund dafür ist ein Aufzug, der in den Weltraum führt und von Außerirdischen erbaut wurde. Warum? Das weiß niemand. Klar ist aber: wer sich außerhalb der Schutzzone aufhält, infiziert sich mit SUBS, verroht und verendet elendig. Doch bald tauchen die ersten SUBS innerhalb der Schutzzone auf. Was geht da vor?

"Darwin City - Die Letzten der Erde" ist der erste Band der Darwin-Trilogie von Jason M. Hough und konnte mich nicht ganz überzeugen. Die Idee des Debütautoren ist vielversprechend und spannend, aber die Umsetzung kommt für mich dann zu technisch und wenig mitreißend.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei ist man sowohl auf der Erde unterwegs, plündert mit Immunen in den schutzlosen Gebieten als auch im Aufzug im All und erfährt, wie einer der reichsten Männer der verbliebenen Welt sich die Zukunft vorstellt. Zu seinen Gunsten versteht sich. Als dann die ersten SUBS in den geschützten Gebieten auftreten, ist nicht nur die Panik groß. Diese Mischung hat mich sehr neugierig gemacht und ich wollte gern wissen, wie es mit dem Lift, den SUBS und auch dem Machtgefüge weitergeht.

Jedoch kam mein Lesespaß nicht so richtig in Fahrt. Jason M. Hough führt seine Figuren ein, schmeißt seine Leser mitten ins Geschehen und lässt sie ohne Hintergrundinformationen durch Darwin streifen. Das ist zwar gut gedacht, war für mich jedoch nichts. Ich konnte zu den Charakteren keine Beziehung aufbauen, weder Sympathie noch Antipathie. Auch hätte mich sehr interessiert, wie es zu der Zeit war, als der Aufzug erbaut wurde. Diese Informationen blieb mit der Autor bis 1/3 des Buches schuldig. Und er machte keine Andeutungen, dies aufzuklären.

So hatte ich zwar immer wieder Momente, in denen ich durch die Kapitel flog, die Situationen, in denen ich dachte "passiert auch was spannendes und nicht nur Machtspielchen?", überwogen jedoch und so legte ich den Roman bald ernüchtert und auch traurig zur Seite. Die Grundidee bietet extrem viel Potenzial und Spannung. Jedoch kann der Autor diese leider nicht in seinen Erzählungen umsetzen.

Fazit: Darwin zog mich nicht in seinen Bann. Wer es sehr ruhig und technisch mag, sollte aber reinlesen.

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