Samstag, 25. Februar 2017

Schöne neue Welt

Taintless - Blindes Vertrauen
von Annie Mae Gold
(488 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Summer Snow lebt ein genügsames Leben in Blackyard, einer Kolonie, die von hohen Mauern umgeben ist. Die Mauern schützen die Einwohner vor den Infizierten. Doch Summer hat einen großen Traum: sie will in die Elite und damit in die neue Welt. Dafür muss sie perfekt sein. Und das ist sie...bis sie auf Clay, einem Jungen aus der Elite, trifft...

"Taintless - Blindes Vertrauen" ist das Erstlingswerk von Annie Mae Gold und hat mich überzeugt. Die Autorin erschafft eine Dystopie aus dunklen Geheimnissen, Auswahlriten und einem Mädchen, das einfach nur frei sein möchte. Auch wenn einzelne Elemente schon aus erfolgreichen Dystopien wie "Die Bestimmung" oder "Election" bekannt sind, hat mir die Mischung sehr viel Spaß gemacht.

Die Geschichte wird von Summer höchstselbst erzählt. Das Mädchen lebt mit ihrem Vater und großem Bruder Brian ein eher bescheidendes Leben in der Kolonie. Und genau dieses Leben will Summer nicht mehr. Sie will mehr, sie will frei sein und kennt dafür nur eine Lösung: sie muss in die Elite erwählt werden. Doch der Weg dorthin führt nur über reine Perfektion. Und auch wenn ich zunächst dachte, dass so ein perfektes Mädchen nicht spannend sein kann, hat mich Summer eines besseren belehrt. Denn sie ist keinesfalls dumm oder obrigkeitshörig, sondern beweist in verschiedenen Situationen, dass sie sehr wohl weiß, was sie tut und wie sie ihre Ziele erreichen kann. Das machte sie für mich sehr sympathisch. Dennoch hätte ich sie, typisch Teenager, auch so manches Mal schütteln können für ihr egoistisches Verhalten. Das machte sie aber nur noch lebendiger und für mich überzeugender.

Natürlich darf in so einem Roman der Traumprinz nicht fehlen. Und auch hier gibt es direkt zwei davon. Da ist zum Einen Will, der in Summer schon seit gefühlten Ewigkeiten verknallt ist. Und zum Anderen ist da Clay, der Junge aus der Elite, der nicht nur perfekt, sondern auch noch intelligent ist. Beide männlichen Charaktere weisen, obwohl sie perfekt von Außen scheinen, ihre Ecken und Kanten auf. Erfrischenderweise hat Annie Mae Gold den beiden auch Köpfchen und ein gesundes Selbstvertrauen verpasst. Denn so konnte ich genau nachvollziehen, wie Summer sich fühlte.

Die Autorin greift in ihrer Story, die mich von Seite 1 in ihren Bann gezogen hat, so manch bekanntes Element aus Jugendystopien auf. Es gibt eine Auswahl, einen Weg in eine bessere Welt, einen geheimnisvollen, perfekten Mann und Flashbacks, die ihren wahren Kern spät offenbaren. Dennoch mixt Annie Mae Gold daraus ihre ganz eigene Geschichte, die mich fasziniert und unterhalten hat. Das Schöne: die sich anbahnende Dreiecksgeschichte zwischen Summer, Will und Clay verläuft eher im Hintergrund und ist zum Glück keine Ausrede für bescheuerte Aktionen der Figuren. Toll!

Das Finale hat mir dann an einigen Stellen die Tränen in die Augen getrieben. Ich habe mit Summer gekämpft, gehadert und gefiebert. Und die Autorin lässt genug Platz für eine Fortsetzung, die ich sehr gern lesen würde.

Der Stil von Annie Mae Gold ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist direkt, bildgebend und mitreißend. Ich konnte mich sofort in die Lage von Summer versetzen. Klasse!

Fazit: Blindes Vertrauen bis zum Ende. Ich kann das Buch sehr empfehlen.

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