Dienstag, 21. Februar 2017

The Girl with all the Gifts [Filmbesprechung]




Buchverfilmungen sind ein zweischneidiges Schwert, denn kein Regisseur kann die Fantasie des einzelnen Lesers einfangen. Dennoch bin ich immer wieder neugierig, wie Buchvorlagen auf die Leinwand gebracht werden. Und so wollte ich mir den Film "The Girl with all the Gifts" nicht entgehen lassen.

Meine Meinung zum Buch könnte ihr hier nachlesen. Die filmische Umsetzung konnte mich überzeugen, auch wenn mir stellenweise die Tiefe des Romans gefehlt hat.

Das Schöne: der Regisseur Colm McCarthy hält sich nach an der Vorlage. Und so wird direkt zu Beginn die Beklemmung von Melanie (Sennia Nenua) deutlich. Auch die Unterrichtseinheiten, die von Helen Justineau (Gemma Arteron) gegeben werden, erzeugten eine gedrückte und traurige Stimmung.

Der gesamte Film ist ruhig, unaufgeregt und erzeugte gerade deshalb Gänsehaut bei mir. Wer auf einen Zombiefilm a la "The Walking Dead" gehofft hat, ist hier falsch. Es fließt vergleichsweise wenig Blut, dafür ist der Horror der Hungernden jederzeit greif- und spürbar. 

Glenn Close als Dr. Caroline Caldwell hat mich sehr überzeugt. Die Darstellung der Wissenschaftlerin ohne Gewissen ist der Schauspielerin hervorragend gelungen. Blass blieb für mich die Figur des Kieran Gallagher (Fisayo Akinade), der mir im Roman durch seine Unschuld und seinen Mut ans Herz gewachsen war.

Colm McCarthy erzeugt durch viele ruhige, musiklose Momente eine Gruselstimmung, die mich dazu brachte, die Augen zuzuhalten. Dabei setzt der Regisseur aber nicht auf die großen Schockmomente, sondern lässt oftmals einfach Bilder sprechen. Toll!

Fazit: ein toller und bedrückender Film, der in meinen Augen vollkommen zu unrecht ins Spätprogramm verbannt wurde. Ich kann ihn sehr empfehlen.

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