Montag, 27. März 2017

Bist du glücklich?

Dark Matter - Der Zeitenläufer
von Blake Crouch
(416 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Jason Dessen arbeitet als Physiklehrer, während seine Frau Kunstunterricht gibt und sich liebevoll um den gemeinsamen Teenagersohn Charlie kümmert. Der Familienvater hatte mal große Träume. Doch er hat sie zugunsten seiner Familie aufgegeben. Eines Abends wird Jason entführt, betäubt und erwacht in einer Welt, in der es seine Frau und seinen Sohn nicht gibt. Jedoch feiert er in dieser Welt die größten Erfolge. Was ist passiert? Wie kommt er dahin? Und vor allem: wie kommt er da wieder weg?

"Dark Matter" ist mein erster Roman von Blake Crouch und hat mir ingesamt gut gefallen. Während der Autor zu Beginn eine wirklich starke Geschichte über Multiversen erzählt, wird er zum Ende hin leider schwächer. Dennoch hat mir der Roman spannende Lesestunden verschafft.

Die Geschichte wird von Jason selbst erzählt. Man begleitet ihn bei seiner Reise durch die Multiversen. Den Zugang dazu hat eine andere Version von Jason erschaffen. Und während der Familienvater noch damit hadert, wie er nun nach Hause finden soll, muss seine Frau mit der Abwesenheit des echten Jasons klar kommen. Durch die Ich-Perspektive wirken die Verzweiflung, die Gedankensprünge und auch die Erklärungsversuche Jasons so nah und erlebbar, dass ich das Gefühl hatte, mit ihm gemeinsam durch die verschiedenen Versionen der Welt zu laufen, meine Familie zu suchen und mich Gefahren stellen zu müssen. Echt klasse!

Blake Crouch macht zudem die Theorie hinter den Multiversen für seine Leser leicht verständlich. Dennoch sollte man ein gewisses Grundverständnis für Quantenphysik mitbringen oder aber, so wie ich, alle Staffeln von "The Big Bang Theory" gesehen haben. Zwar ergeht der Autor sich nicht in Details, jedoch verlangt er von seinen Lesern, dass sie die Theorie zumindest in Grundzügen begreifen. Denn anders würde der Roman nicht funktionieren. 

Die Story hat mich von Seite 1 an gefesselt und mitgenommen. Bis zur Hälfte konnte ich das Buch kaum beiseite legen und habe mit Jason mitgefiebert und gehofft, dass er bald nach Hause findet. Ab der Mitte lässt der Roman jedoch spürbar nach. Der Run durch die Welten wirkte auf mich zu gewollt und gehetzt. Ich hätte lieber 2 oder 3 Welten tiefer erforscht, anstatt durch 20 Versionen zu jetten und in keiner wirklich verweilen zu können.

Auch das Finale wirkte auf mich unausgegoren. Es hat zwar zur Geschichte gepasst, jedoch hatte ich das Gefühl, dass Blake Crouch sich in eine Situation hineingeschrieben hat, aus der er selbst keinen passenden Ausweg mehr fand. Und so verkommt das Ende zu einem hollywoodartigen Happy End, ohne dass meine offenen Fragen beantwortet wurden. Sehr schade.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist mitreißend, direkt und plastisch.  Das hat mir super gefallen.

Fazit: wer bin ich und wenn ja, wie viele? Ein solides Buch mit Potenzial.

Kommentare:

  1. Geschichten mit Zeitreisen mag ich ja eigentlich sehr gerne, aber es wiederholt sich auch alles schnell. Da für neuen Schwung zu sorgen ist als Autor sicherlich eine Herausforderung.
    Ich finds übrigens gut, dass in deinem Blog kein Kitsch oder Friede-Freude-Eierkuchen Literatur zu finden ist sondern viel düsteres. :)

    viele Grüße und auf mehr gute Bücher
    Maraike
    (www.nixzulesen.de)

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    1. Hi Maraike,

      erstmal sorry für die verspätete Antwort. Und ein großes Danke für dein Feedback.

      Dark Matter ist ja in dem Sinne kein Zeitreisen-Roman, da die Figur in Multiversen unterwegs ist. Gleiche Zeit, andere Welten :)

      LG Denise

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  2. Woah Danke für deine Erwähnung bei Facebook. Ich hab nicht damit gerechnet, dass ich so charmant sein kann :D

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    1. Immer gern :) Für Blogger von vornehmlich blutiger Literatur ist es nicht immer leicht, da ist so ein Lob was ganz besonderes :)

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