8. März 2017

Interview mit Leonore Goldmann und Walter Brandner [Blogtour "Grenzgänger" von Timo Leibig]



Hallo Ihr Lieben,

heute macht die Blogtour zu Timo Leibigs neusten Thriller Grenzgänger bei mir Halt. Und ich freue mich sehr, dass die beiden Ermittler Leonore Goldmann und Walter Brandner die Zeit gefunden haben, neben ihrem neuen Fall auch noch mir Rede und Antwort zu stehen.


F: Frau Goldmann, Herr Brandner, danke, dass Sie für das Interview bereit stehen, obwohl Sie als Kommissare viel zu tun haben. Gewähren Sie uns einen Einblick in Ihren aktuellen Fall?

Leonore: „Willst du oder soll ich?“
Walter lächelt. „Du bitte.“
Und sie lächelt auch. „Also gut. Sie wissen aber, dass wir das eigentlich nicht dürften. Nur für TapsisBuchBlog machen wir eine Ausnahme.“ Sie zwinkert und wird dann ernst. „Aktuell sind wir auf der Suche nach Francis Maybach. Er ist knapp einem Mordversuch entgangen und jetzt aus dem Polizeischutz entflohen. Wir wissen nicht, wo er steckt und was er vorhat.“ 
„Man muss noch ergänzen, dass die ganze Konstellation sehr gefährlich ist“, fügt Walter hinzu, „denn wir müssen annehmen, dass es einen weiteren Mordversuch auf ihn geben wird. Und wir wollen das selbstverständlich verhindern. Mehr dürfen wir Ihnen allerdings zum jetzigen Zeitpunkt nicht verraten.“


F: Kein Problem. Sie beschäftigen sich beruflich mit menschlichen Abgründen. Wie schaffen Sie da den Ausgleich?

Leonore: „Man darf das Böse und Hässliche einfach nicht an sich ranlassen. Ich habe akzeptiert, dass die Menschen zum Teil grausam und gewaltbereit sind. Wenn man das verinnerlicht hat, kommt man ganz gut damit zurecht. Oder nicht, Walter?“
Walter schweigt einen langen Moment lang. „Ich glaube, es gibt einfach Menschen, die für bestimmte Berufe geschaffen sind. Manche sind sozial berufen, andere kreativ veranlagt und wiederum andere sind für … das Böse da.“


F: Erinnern Sie sich noch an Ihr erstes Aufeinandertreffen? Wie war es für Sie, als Ihnen mitgeteilt wurde, dass Sie von nun gemeinsam ermitteln?

Leonore: „Puh, das ist fast zwanzig Jahre her. Damals war Walter schon eine Instanz in der Mordkommission. In jungen Jahren seine Partnerin zu werden war der Wahnsinn – im positiven Sinne. Aber auch ganz schön anstrengend. Die Erwartungshaltung war hoch.“
Walter: „Aber nicht meinerseits. Ich gebe jedem die Möglichkeit, sich einzuarbeiten und zu beweisen. Kein Meister ist vom Himmel gefallen. Und zu unserer Zusammenarbeit: Ich kann mir keine bessere Partnerin vorstellen.“ 


F: Was war für Sie beide der schwerste Fall und warum?

Leonore: „Schwer zu sagen. Jeder Fall hat seine Tücken und Besonderheiten. Ich fand es sehr schlimm, als Gregor verletzt wurde. In jüngster Vergangenheit, also der Fußabschneiderfall.“
Walter: „Ganz klar der Fall um Patrick Höller. Mädchendurst. Der ging mir an die Nieren, weil sich die Wurzeln des Falls über zwanzig Jahre erstreckten, und ich sie einfach nicht sah. Das hat mich schier wahnsinnig gemacht.“


F: Gibt es für Sie berufliche Vorbilder? Und wenn ja, was schätzen Sie an ihnen besonders?

Einstimmig: „Eigentlich nicht. Wir tun, was wir können und müssen.“


F: In den Jahren der Zusammenarbeit fallen einem bestimmt auch Macken am beruflichen Partner auf. Ganz spontan: welche fallen Ihnen da spontan ein?
Leonore lacht. „Macken hat jeder. Muss ich wirklich welche nennen?“
Walter: „Lieber nicht. Es könnte die Leser des Interviews verstören. Aber eine von mir nenne ich dann doch gern selbst: Meine Verbissenheit. Natürlich braucht man die als Kriminalkommissar, aber zu viel davon kann schädlich sein, vor allem dann, wenn man auf dem Holzweg ist. Aus einer Sackgasse wieder herauszumanövrieren, ist für einen alleine oft schwierig. Da braucht man ein gutes Team.“ Er legt Leonore kurz die Hand auf die ihre.


F: Wenn Sie nicht Polizisten geworden wären, wo wären Sie dann heute beruflich gesehen?

Leonore: „Eventuell in der Kinderbetreuung. Hört sich verrückt an, aber ich glaube, ich hätte einen krassen Gegenpol  zu meinem Job gewählt. Und lachende Kinder den ganzen Tag um sich zu haben – die Vorstellung reizt.“
Walter antwortet nicht, denkt nach. Schließlich sagt er: „Für mich gab es keine Alternative. Ich wollte immer Polizist werden und wäre nichts anderes geworden. Alles gut so.“


F: Zum Abschluss: wie würden Sie selbst in 3 kurzen Sätzen Ihre Arbeit und Motivation beschreiben?

Leonore: „Meine Arbeit ist abwechslungsreich, anstrengend, fordernd. Mich hat der Job als Polizistin immer gereizt. Das Lösen von Fällen, das Kombinieren und Schlussfolgern ist einfach mein Ding.“
Walter zuckt mit den Schultern.  „Mir geht es schlicht um Gerechtigkeit. Den Angehörigen Klarheit verschaffen. Den Toten ihre Ruhe geben. Dem Verbrechen Steine in den Weg zu legen. Das waren jetzt vier Sätze. Ich hoffe, das sprengt nicht ihren Interviewrahmen.“ Er sieht auf seine Armbanduhr. „Wir müssten, Leonore. Francis Maybach. Die Jagd geht weiter.“

Und schon sind die beiden Ermittler wieder zur Tür raus. Mein gerufenes Danke haben sie hoffentlich noch gehört. Ansonsten: ich danke den Beiden für ihre Zeit, ihre offenen und ehrlichen Antworten und drücke fest die Daumen, dass sie den Fall zu einem erfolgreichen Abschluss bringen.

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Kennst du schon unsere Gruppe für Blogtouren auf Facebook? Vielleicht magst du ja mal vorbeischauen? :)
    Wir halten da alles aktuell und verlinken die Beiträge, damit man immer alles im Blick hat und nichts verpasst - bei den vielen Touren verliert man ja leicht den Überblick ;)
    https://www.facebook.com/groups/981737925190683/

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hi Aleshanee,
      danke, in der Gruppe bin ich doch schon ^^
      LG
      Denise

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  2. Hallo und guten Tag,

    Danke für das interessant, geführte Interview der beiden Ermittler. Beide sehr unterschiedlich, aber trotzdem im Team verbunden....toll oder?

    LG..Karin...

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    1. hi Kathrin,

      danke für dein Lob. Ich mag es sehr, dass die beiden so unterschiedlich sind

      LG
      Denise

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  3. Hallo,
    wow, das ist mal ein Interview. Schön, das die beiden sich Zeit genommen ahben. Naja, aber verabschieden hätten die sich aber schon. Nein, sehr symphatisch beide.
    Danke für das Interview

    Grüße
    Anja vom kleinen Bücherzimmer

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    1. Hi Anja,

      das Böse schläft nie und so war ich auch nicht sauer, dass sie schnell wieder los mussten. Nicht auszudenken, wenn sie durch eine Verzögerung den Täter nicht geschnappt hätten ;)
      LG
      Denise

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  4. Dankeschön für das tolle Interview.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  5. richtig tolles Interview :) ! Danke dafür :) !

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