Sonntag, 14. Mai 2017

In der Wüste lauert die Gefahr

Das Haus in der Kakteenwüste
von Paul Pen
(386 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

In der mexikanischen Wüste, in den 60er Jahren: Elmer und Rose leben mit ihren 4 Töchtern ein einsames, aber glückliches Leben fernab jeglicher Zivilisation. Während die Mädchen Hausunterricht erhalten, verdient Elmer sein Geld an einer Tankstelle. Eines Tages stößt ein junger Mann auf die Familie und mit ihm wird klar: es gibt dunkle Geheimnisse...

"Das Haus in der Kakteenwüste" war mein erster Thriller von Paul Pen und hat mich nicht überzeugen können. Ich hatte mir das Buch aufgrund der vielen begeisterten Stimmen besorgt und habe während des Lesens gemerkt, dass der Autor und ich keine Freunde werden.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei werden verschiedene Einblicke gewährt. So lernt man die Familie nicht nur aus Sicht der Mutter Rose kennen, sondern auch durch ihre älteren Töchter Iris und Melissa. Später kommt auch der Wanderer Rick hinzu, der mir von Beginn an suspekt war. Diese Mischung bietet sehr viel Potenzial, gerade auch, da alle Töchter Spleens entwickelt haben. So spricht Melissa mit Steinen und Kakteen, während sich Iris ganz ihren Büchern und den darin enthaltenen Romanzen hingibt.

Und das war auch einer der Punkte, der mich beim Lesen immer mehr gestört hat. Paul Pen überzeichnet die Eigenarten der Kinder so stark, dass ich irgendwann am liebsten jede Tochter einmal geschüttelt und gefragt hätte, ob sie selbst merkt, was für einen Unsinn sie da anstellt. Ich weiß, dass Übertreibung anschaulich macht, das war hier aber zu viel des Guten.

Zudem ist bei der Story nach gut der Hälfte die Luft raus. Das große Geheimnis ist gelüftet und es geht nur noch darum, wer wann wie am schnellsten drauf kommt. Für mich als Leser war dies nicht mehr spannend genug, da Paul Pen es leider nicht verstand, weiterhin Spannung aufzubauen. So legte ich das Buch 100 Seiten vor Schluss weg. Es interessierte mich nicht mehr.

Der Stil von Paul Pen ist gut zu lesen, wenn man einmal Zugang gefunden hat. Seine Erzählweise ist stellenweise poetisch, weitschweifend, aber man kann ihm zu jeder Zeit gut folgen.

Fazit: ich verlasse die Kakteenwüste enttäuscht. Schade.

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