1. Juni 2017

Du bist tot...eigentlich

Hölle auf Erden
von Steve Mosby
(424 Seiten)


Eine Leseprobe findet Ihr hier

Eine Frau taucht völlig geschunden in einer belebten Fußgängerzone auf. Ihr Gesicht ist von Narben übersät. Sie weiß nur eins: sie ist Charlie Matheson. Problem an der Sache ist nur: Charlie Matheson ist vor 2 Jahren tödlich verunglückt. Während Detective Nelson mit der rätselhaften Frau spricht, erhält Detective Groves unsägliche Nachrichten zum Tode seines kleinen Sohnes. Wer ihm diese schickt, weiß er nicht, aber das Grauen kommt immer näher...

"Hölle auf Erden" war mein dritter Thriller von Steve Mosby und konnte mich leider nicht überzeugen. Sein Debüt "50/50 Killer" habe ich geliebt, "Tote Stimmen" hingegen fand ich langweilig. Und auch das neuste Werk war eine Gratwanderung zwischen toller Story und kaugummiartigem Erzählstil.

Die Geschichte wird abwechselnd von Nelson in der Ich-Perspektive und einem auktorialen Erzähler berichtet. Schon zu Beginn des Thrillers spart Steve Mosby nicht mit grausamen Taten und lässt den Leser direkt spüren, wohin die Reise gehen wird. Das fand ich großartig. Auch die Ermittlungen, die die beiden Detectives anstellen, versprechen sehr viele Wendungen, Hindernisse und Sackgassen. Nelson ist bewandert in Psychologie und so konnte ich die Befragung der unbekannten Frau aus einem psychologischen Blickwinkel verfolgen. Toll!

So spannend die Story auch angelegt ist und so sehr ich auch wollte, eines hinderte mich ab der Hälfte am Weiterlesen: die Erzählweise Steve Mosbys. Dachte ich zu Beginn, er lässt es halt erzählerisch ruhig angehen, merkte ich schnell, dass er sprachlich nicht mit dem Tempo seines Thrillers mithalten konnte. Sowohl der auktoriale Erzähler als auch Detective Nelson hätten mir genauso gut über den berühmten Sack Reis berichten können, es wäre nicht weniger spannender gewesen. 

Und so konnte mich nicht mal mehr die wirklich sehr gut angelegte Story bei Laune halten.

Fazit: die Hölle auf Erden starb in einem Sog aus Langatmigkeit. Schade!

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