31. Juli 2017

Eine Killermaschine wütet in Deutschland








Titel:
 Das Programm
Autor: V.S. Gerling
Reihe: Eichborn und Wagner
Seiten: 448
Verlag: Bookspot
ISBN: 978-3956690174









In verschiedenen Städten werden junge, hübsche Frauen brutal ermordet. Der Täter geht dabei immer gleich vor: Blumen, Champagner und ein betäubtes Opfer, das gefoltert und bestialisch getötet wird. Nicoals Eichborn bekommt die Fälle übertragen. An seiner Seite steht die psychologisch ausgebildete Helene Wagner, die nicht nur dienstlich ein Auge auf den Kommissar geworfen hat. Schon bald stellen die beiden fest, dass die Opfer eine Verbindung zur sektenähnlichen Organisation "New Horizon" hatten. Macht der Täter Jagd auf Mitglieder?

"Das Programm" ist der erste Fall für Nicolas Eichborn und seine Partnerin Helene Wagner und hat mich sehr gut unterhalten. Der Autor versteht es vorzüglich, grausame Taten mit dem Sarkasmus seines Ermittlers zu verbinden, ohne dabei respektlos zu erscheinen oder überbordend arrogant zu wirken. Klasse!

Die Geschichte wird zum Einen von Eichborn persönlich erzählt. Zum Anderen springt ein auktorialer Erzähler ein, wenn der Ermittler selbst nicht vor Ort ist. Diese Perspektivwechsel haben mir sehr gut gefallen, denn sie bieten einen tiefen Einblick sowohl  in die Geschehnisse als auch in die Denkweise von Nicolas. Während die Kapitel, die Eichborn selbst erzählt, fast schon vergnüglich sind und mich manches Mal laut auflachen ließen, sind die Abschnitte aus der Erzählerperspektive gespickt von Blut, Intrigen und Verstrickungen. V.S. Gerling führt beide Sichtweisen sehr gekonnt zusammen, so dass ich mich jederzeit zurecht fand und nie den Faden verlor.

Das lag aber auch an den sehr sympathischen Ermittlern Eichborn und Wagner. Während Nicolas gern mal wie die Axt im Wald agiert und erst redet, bevor er nachdenkt, handelt Helene bodenständig, überlegt und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. Der Autor hat mit diesem Paar genau die richtige explosive Mischung gefunden, ohne dabei in Klischees abzudriften oder die Spannung zu untergraben. Das fand ich super.

Die Story selbst hat mich von Beginn an gepackt. Dachte ich am Anfang noch, ich hätte es mit einem typischen Serienkiller zu tun, wird schnell klar, dass die Geschichte sehr viel tiefer geht und Abgründe der deutschen Geschichte und medizinischen Forschung beleuchtet. Die vom Autor angesprochenen Forschungsprojekte kannte ich durch einige Dokumentationen und war bei der Lektüre wieder überrascht, was man alles im Dienste der Wissenschaft getan hat. Da ich so gefesselt war, störte es mich wenig, dass der Autor ab und an überraschende Zeit- und Wissenssprünge machte, die im Verlauf nicht aufgeklärt wurden. 

Das Finale passt zum gesamten Werk, auch wenn die endgültige Lösung an einen US-Rächer-Film erinnert. Dennoch hat mir die Lektüre sehr viel Spaß gemacht und ich hatte vergnügliche Stunden.

Der Stil von V.S. Gerling ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, detailgetreu und ich spürte beim Lesen, dass der Autor jedes Detail genau recherchiert hat. Toll!

Fazit: mit Eichborn will ich wieder ermitteln. Eine klare Leseempfehlung.


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Kommentare:

  1. Guten Morgen <3 Sehr schöne Rezi und das Buch hört sich auch für mich interessant an. Danke für den Tipp und liebe Grüße <3

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    1. Guten Morgen,
      Viiiielen Dank für dein Kommentar :) ich hoffe, dir wird das Buch auch gefallen :)
      Lg
      Denise

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  2. Hey Denise,

    das ist eine tolle Rezension. Das Buch steht schon ewig auf meiner Wunschlist, aber bisher habe ich es mir nie zugelegt. Dank deiner Rezi habe ich dazu aber richtig Lust :D

    Liebe Grüße
    Julia

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    1. Hi Julia,

      Das freut mich sehr, dass du durch meine Rezension wieder Lust auf das Buch hast.
      Lg
      Denise

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