10. Juli 2017

Zusammenhalt in Zeiten des Krieges







Titel:
 Die Stunde unserer Mütter
Autor: Katja Maybach
Seiten: 320
Verlag: Knaur
ISBN: 978-3426516072









Deutschland mitten im 2. Weltkrieg: Maria nimmt ihre Schwägerin Vivien und deren Tochter Antonia bei sich auf. Während Marias Mann Werner an vorderster Front kämpft, versucht Viviens Gatte Philip Juden aus dem Nazi-Reich heraus zu bringen. Die Frauen bestreiten ihren Alltag so gut es geht und lernen schnell, dass nichts wichtiger ist als die Familie.

"Die Stunde unserer Mütter" war mein erster Roman von Katja Maybach und wird auch mein letzter gewesen sein. Der Klappentext hat mich neugierig gemacht, da ich Romane, die in der Zeit des 2. Weltkrieges spielen, sehr schätze. Doch die Autorin zeigt schon auf den ersten 100 Seiten, wie man es bitte nicht machen sollte.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei lernt man Maria, die mit dem Wehrmachtssoldaten Werner verheiratet ist und in einem kleinen bayrischen Dorf lebt, Anna, deren Tochter und die Schwägerin Vivien mit ihrer Tochter Antonia kennen. Wobei Kennenlernen es nicht so richtig trifft. Denn Katja Maybach stellt ihre Figuren nicht vor, haucht ihnen kein Leben ein, sondern lässt sie nur statisch agieren. Ich fühlte mich beim Lesen, als ob ich ein Marionettentheater beobachte. Das ist mir zu wenig.

Desweiteren reiht die Autorin die Dialoge ohne Zusammenhang aneinander. Und nicht nur das: Die Gespräche der Figuren sind dazu flach, nichtssagend und vollkommen belanglos. Ich merkte bei jedem Satz, dass Katja Maybach versucht hat, alle wichtigen Informationen in die Gespräche zu pressen. So reden Menschen aber nicht miteinander. Es wird aus gelassen, dazu gedichtet und gewisse Informationen liegen beiden Gesprächspartnern vor, müssen demnach also nicht laufend wiederholt werden.

Nun könnte ich das alles mit viel guten Mutes verschmerzen. Doch auch die sonstigen Beschreibungen der Autorin sind inhaltlich dürftig, sprachlich auf dem Niveau eines 10-Jährigen und entlockten mir keinerlei Neugierde oder ähnliches. So flog das Buch nach knapp 100 Seiten in die Ecke. Schade!

Fazit: Der Roman ist wie Rosamunde Pilcher unterm Hakenkreuz. Finger weg!


Neugierig geworden? Die Leseprobe findet Ihr hier

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