13. August 2017

Video-Calls des Todes







Titel:
 Death Call - Er bringt den Tod
Autor: Chris Carter
Reihe: Hunter und Garcia
Band: 8
Übersetzer: Sybille Uplegger
Seiten: 411
Verlag: Ullstein
ISBN: 978-3548289526








Tanya Kaitlin ist gerade mit dem Duschen fertig, als ihre beste Freundin sie per Video-Call anruft. Die junge Frau nimmt begeistert an und muss innerhalb von Sekunden erkennen, dass sie nicht mit ihrer besten Freundin, sondern mit einem Monster sprechen muss. Dieses droht, die Frau zu töten, wenn Tanya auf zwei simple Fragen falsch antwortet. 
Detective Robert Hunter und sein Partner Garcia werden zu einem blutigen Tatort gerufen. Mit jedem Ermittlungsschritt erkennen sie: Das Grauen hat eine neue Stufe erreicht!

"Death Call" ist der 8. Fall für Robert Hunter und Carlos Garcia und wieder mal konnten mich die beiden begeistern. Chris Carter zerrt seine Leser an den Rand des Wahnsinns, lässt sie in die Seele eines grausamen Täters blicken und schafft es dabei doch, dass man sich bei Hunter und Garcia sicher fühlt. Bravo!

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur den Detectives bei ihren Ermittlungen, sondern lernt auch die späteren Opfer kennen. Und genau diese Mischung hat mich nicht mehr losgelassen. In einem Moment war ich fröhlich, weil die beste Freundin anrief und im nächsten litt ich mit dem Opfer Todesqualen, weil die angerufene Person nicht in der Lage war, 2 simple Fragen zu beantworten. Und dabei kamen mir direkt die Gedanken: Könnte ich diese Fragen beantworten? Könnte ich somit das Leben meiner besten Freundin retten? Kaum ein anderer Autor versteht es so gut, solch ein Gedankenkarussell auszulösen. Genial!

Robert Hunter und Carlos Garcia nehmen in diesem Band ihre gewohnten Rollen ein, allerdings verzichtet der Autor dieses Mal auf einen tiefen Blick in deren Privatleben. "Death Call" lebt vollkommen vom Fall und den Ermittlungen. Das fand ich toll. Ich mag beide Detectives sehr gerne und fühle mich bei ihnen, als wenn ich alte Freunde treffen würde. Und genau aus diesem Grund muss ich nicht jedes Mal wieder aufgeklärt werden, welche Fähigkeiten und Besonderheiten die beiden ausmachen. Hunter und Garcia konzentrieren sich vollkommen auf den Fall, zeigen selten private Momente und waren mir dennoch so nah wie schon lang nicht mehr. 

Die Story selbst ist von Beginn an packend, rasant und nichts für schwache Nerven. Ich habe das Buch im Dunkeln begonnen. Und mir wurde schnell klar, dass dies eine der dümmeren Ideen in meinem Leben war. Denn der Autor spielt gekonnt mit den Ängsten von Single-Frauen und überträgt die Bedenken, Vorstellungen und Unsicherheiten seiner Figuren direkt auf seine Leser. Zudem hat Chris Carter mit seinem Täter ein Monster erschaffen, das nicht auf viele, dafür aber auf perfide Morde setzt. So trieft dieser Thriller nicht vor Blut, aber vor Grausamkeit. Mein Kopfkino spielte verrückt und ich fieberte jedem neuen Kapitel entgegen, in der Hoffnung, dass die beiden Ermittler das Schwein endlich stellen.

Das Ende passt perfekt zum gesamten Buch und war für mich schlüssig, logisch und nachvollziehbar. Okay, Hunter begeht eine kleine Dummheit, aber auch die ist im Kontext durchaus zu rechtfertigen. Und das Tolle: Chris Carter lässt die Tür zu einem weiteren Teil sperrangelweit offen.

Der Stil des Autors ist leicht und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist direkt, ohne Schnörkel und mit genügend Details versehen, damit des Lesers Kopfkino sich eine eigene, blutige Welt zaubern kann. Großartig!

Fazit: Ich werde nie wieder Video-Calls annehmen. Eine klare Leseempfehlung!


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Kommentare:

  1. Heute wird er auch bei mir ankommen, der neue Carter. Und deine Rezi macht mich noch neugieriger. Das klingt nämlich wieder sehr gut...wie ja eigentlich alle Teile der Reihe. :-) LG, Silke

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    1. Hi Silke,

      wie war er denn? Ich denke mal, du hast ihn auch weggeatmet ^^

      LG
      Denise

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