14. September 2017

Eine Liebe, die zum Tode führt








Titel:
 Love like blood
Autor: Mark Billingham
Reihe: Tom Thorne
Band: 14
Übersetzer: Peter Torberg
Seiten: 432
Verlag: Atrium
ISBN: 978-3855350209






In London wird eine Frau in ihrem eigenen Haus überfallen, mit Säure überschüttet und brutal ermordet. Ihre Lebenspartnerin Nicola Tanner vermutet, dass der Angriff ihr selbst und nicht ihrer großen Liebe galt. Sie bittet Detective Tom Thorne um Unterstützung. Dieser ist nicht sonderlich begeistert, muss aber schnell feststellen, dass hinter dem Mord mehr steckt als Hass auf Polizisten...

"Love like blood" ist bereits der 14. Fall für Detective Tom Thorne aus der Feder von Mark Billingham und hat mich gut unterhalten. Ich kannte bisher nur "Die Lüge der Anderen" und war gespannt, ob der Autor mich auch mit einem Krimi überzeugen kann. 

Obwohl es der 14. Fall ist, fand ich mich bei der Lektüre schnell zurecht. Vorwissen ist also nicht zwingend notwendig, auch wenn ich beim Lesen merkte, dass mir die Bedeutung mancher Anspielung verborgen blieb. Dies war aber für das Verständnis der Geschehnisse nicht dramatisch.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man kapitelweise dem Ermittler Tom Thorne, der beurlaubten Polizistin Nicola Tanner sowie den späteren Opfern. Auch der Täter kommt immer mal wieder zu Wort. Diese Mischung hat mich sehr angesprochen, da die Geschehnisse so aus verschiedenen Perspektiven erlebbar wurden.

Detective Tom Thorne ist für mich typisch britisch: Ruhig, eigenwillig und gegenüber Vorschriften tolerant eingestellt. Dabei ist er, anders als seine amerikanischen Kollegen aus anderen Krimis/Thrillern, nicht auf Krawall aus, sondern sucht sich seine Schleichwege, um nicht mit dem System in Konflikt zu geraten. Erfrischend fand ich dabei, dass der Detective es sich dabei nicht mit seinen Vorgesetzten verscherzt hat, sondern sich auf ein "Du siehst mich nicht, ich sehe dich nicht" - Agreement mit ihm geeinigt hat. Klasse.

Auch die anderen Figuren waren für mich voller Leben, wenn auch nicht immer sympathisch. Das ist für mich allerdings auch keine Voraussetzung. Denn ich konnte die Handlungen jederzeit nachvollziehen und fühlte so mit den Figuren. 

Die Geschichte an sich fesselt durch ihre ruhige und gewissenhafte Art und Weise. Die Ermittlungen starten nicht mit einem großen Knall, sondern entwickeln sich wie ein Puzzle. Je mehr Teile bekannt werden, desto klarer wird das Ausmaß und desto mehr konnte ich auch die Motive von Nicola Tanner verstehen, die sich geradezu in den Fall verbissen hat. 

Mark Billingham packt mit dem sensiblen Thema "Ehrenmorde" ein heißes Eisen an. Denn gerade in Zeiten von Abschottung und wachsendem Fremdenhass sind Morde innerhalb einer muslimischen Familie zum Schutz der Ehre mit Vorsicht zu genießen. In meinen Augen löst der Autor dies jedoch verantwortungsvoll und mit dem Blick auf die nackte Realität, ohne dass er dabei übertreibt oder negiert. Das fand ich großartig.

Das Finale passt zum gesamten Buch und wird logisch herbei geführt. Das habe ich in der Vergangenheit oft vermisst und war hier sehr begeistert.

Der Stil von Mark Billingham ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise lebt von leisen Zwischentönen, klaren Strukturen und dem ein oder anderen Überraschungsmoment. Toll!

Fazit: Wenn Liebe Blut fließen lässt, muss Thorne ran. Ich kann den Roman allen England-Fans sehr empfehlen.



Neugierig geworden? Eine Leserprobe findet Ihr hier

Kommentare:

  1. Huhuu <3 Ich bin auf jeden Fall neugierig geworden und schau mir die Leseprobe gleich mal an! Danke für den tollen Tipp <3

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    1. Hi Anja,

      danke für dein Kommentar. Viel Spaß beim Stöbern :)
      LG
      Denise

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