11. Januar 2018

Ein Dorf, ein Mörder, blutige Vergangenheit






Titel: Ein Körnchen Wahrheit
Autor: Zygmunt Miloszewski
Übersetzer: Barbara Samborska
Reihe: Teodor Szacki
Band: 2
Verlag: Berlin Verlag
Seiten: 512
ISBN: 978-3833310119








Staatsanwalt Teodor Szacki hat sich nach der Trennung von seiner Frau in das beschauliche Städtchen Sandormierz zurückgezogen. In dem kleinen Ort geht es ruhig zu, das größte Verbrechen ist Handydiebstahl. Bis eines Tages eine nackte Frauenleiche gefunden wird. Ihr Hals ist grausam zugerichtet, es zieht nach einem jüdischen Ritualmord aus. Szacki muss nicht nur den Mörder finden, sondern sich auch gegen Hetzerei und Panik stellen...

"Ein Körnchen Wahrheit" ist der zweite Fall für Teodor Szacki und hat mich überzeugt. Zygmunt Miloszewski nimmt den Leser mit auf eine Reise ins Herz Polens und zeigt dabei, wie tief Hass, Angst und auch Wut verankert sind.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei begleitet man den Staatsanwalt bei seiner Arbeit und seinen Recherchen. Szacki ist eher ein zurückhaltender Charakter, was sich auf die gesamten Ermittlungen auswirkt, die ruhig, aber keineswegs langweilig von statten gehen.

Der Einstieg fiel mir nicht leicht, da der Autor eine sehr detailreiche und verzweigte Erzählweise an den Tag legt. Ich bin hingegen rasante Stile amerikanischer Thriller gewohnt. Nach gut 50 Seiten legte sich jedoch diese Eingewöhnung und ich konnte mich voll und ganz auf den Fall und die Ermittlungen konzentieren.

Miloszewski schafft es, in wenigen Sätzen viele Details und Hinweise zu geben. Dadurch entsteht vor dem inneren Auge ein genaues Abbild der Stadt, des Staatsanwaltes und der Opfer. Und obwohl der Autor sich sehr auf Kleinigkeiten konzentriert, wirken seine Erzählungen weder langweilig noch langatmig. Klasse!

Die Story selbst ist spannend, aber auch weit verzweigt und erfordert Konzentration. Denn nicht nur die ungewohnt polnischen Namen verlangen einem einiges ab, sondern auch die vielen Fakten, Gedankengänge und Zusammenhänge. Ich fand das großartig, endlich mal wieder einen Thriller zu lesen, bei dem ich nicht alles auf dem Silbertablett serviert bekomme.

Fazit: Polen von seiner blutigen, aber auch spannenden Seite. Ich kann das Buch sehr empfehlen.


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