1. Juni 2014

auch ohne roten Faden wunderbar

Baba Jaga
von Toby Barlow

Zoja, eine Hexe mit dem Aussehen einer Göttin, verdient sich ihren Lebensunterhalt mit dem Becircen und Töten von Männern. Doch bei ihrem letzten Liebhaber war sie unvorsichtig und so hat sie die Polizei am Hals. Will, der in einer Werbeagentur und für die CIA arbeitet, wird überfallen und soll Informationen an... ja an wen eigentlich? weitergeben. Durch Zufälle und das Schicksal treffen sich Zoja und Will. Und was dann passiert, ist unglaublich.

"Baba Jaga" war mein erster Roman von Toby Barlow und er hat mir gefallen. Der Autor verzichtet zwar in meinen Augen auf einen roten Faden in seiner Geschichte, dafür sind seine Figuren so spannend und liebenswert, dass ich einfach weiterlesen musste.

Die Geschichte wird aus der Erzählerperspektive berichtet. Dabei begleitet man in jedem Kapitel abwechselnd eine andere Figur. Mal folgt man Zoja, dann mal Will, schließlich auch die Polizei und gar der zweiten Hexe Elga. Diese Mischung macht den Reiz des Buches aus. Denn die Story wird nicht geradlinig oder gar fesselnd erzählt. Toby Barlow wirft seinen Leser ohne große Erklärung mitten hinein und was man daraus macht, ist die Sache des Lesers selbst.

Obwohl ich solch eine Art des Erzählens normalerweise gar nicht mag, haben mich die Figuren in ihren Bann gezogen. Vieles bleibt im Schatten und doch haben mich die Schicksale von Will, Zoja und den anderen so interessiert, dass ich immer weitergelesen habe.

Der Stil des Autors ist gut, wenn auch nicht einfach zu lesen. Er schreibt, wie er erzählt: verworren, ohne Einführungen, dafür aber mit einem gewissen Zauber.

Fazit: ein Roman, der nicht für jeden was ist. Wenn man sich rein auf die Figuren einlassen kann, ist das Buch sehr lesenswert.

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