8. Dezember 2017

Ein Kita-Streik mit überraschenden Folgen








Titel:
 La Dolce Kita
Autor: Jennifer Bentz
Verlag: Ullstein
Seiten: 320
ISBN: 978-3548289168









Fridi ist alleinerziehend  und schafft es gerade so, Kind und Job unter einen Hut zu bringen. Doch dieser Balanceakt gerät stark ins Wanken, als die Kita ihrer Tochter Hanna streikt. Wie soll sie denn jetzt das wichtige Projekt schaffen? Kurzerhand schließt sie sich mit der gesundheitsbewussten Übermama Annette und der temperamentvollen Moderatorin Lea zusammen und gründet eine Betreuungsgruppe. Ob das wirklich eine Spitzenidee war?

"La Dolce Kita" ist der dritte Roman von Jennifer Bentz und hat mich wieder mal köstlich unterhalten. Auch wenn ich als Nicht-Mama null in dem Thema Kinderbetreuung drin stecke, konnte mich die Autorin mit ihrer liebenswerten Geschichte erheitern, erstaunen und auch für die Missstände, die in der Betreuungswelt herrschen, sensibilisieren.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man abwechselnd Fridi, die morgens schon froh ist, wenn jedes Kleidungsstück am richtigen Platz sitzt; Annette, die in ihrer perfekten Welt aus Ehemann, Haus und Kindern gern sich selbst vergisst und Lea, die mit ihrem Temperament nicht nur das Fernsehen, sondern auch den Alltag ihrer Freundinnen aufmischt. Diese Mischung von gegensätzlichen Charakteren fand ich hervorragend. Denn Jennifer Bentz versteht es, ihrer Figuren so zu zeichnen, dass man stetig mit ihnen, aber nie über sie lacht.

Lea kenne ich bereits aus den beiden Vorgängern Wenn alle Stricke reißen und Frühstück mit Sophie und habe sie tief in mein Herz geschlossen. Obwohl sie eine große Klappe hat, gern ihre Meinung als die einzig wahre hinstellt, ist sie im Kern ein großartiger und liebenswerter Mensch. Ihr zur Seite stellt Jennifer Bentz die leicht verpeilte und manchmal überforderte Fridi. Die Alleinerziehende muss ohne großelterliche Unterstützung klar kommen. Ich war so manches Mal verwundert und auch wütend, wie schlecht die Hilfe für solche Familien organisiert ist. Und obwohl die Mutter kämpft, zeigt sie auch ihre Grenzen und wirkt dadurch nur noch menschlicher. Die Dritte im Bunde ist Übermama Annette, die ich regelmäßig knuddeln wie verprügeln wollte. Hier zeigt sich deutlich, unter welchem Druck gerade Frauen stehen und welche seltsame Blüten das treiben kann. Alles in allem wirkt das gesamte Figurenensemble sehr glaubwürdig, menschlich und realitätsnah.

Die Story selbst ist von Beginn an mitreißend und lebt durch den Alltagshumor. Es gibt Sticheleien, Streitereien und eben Szenen, die das Leben mit Kinden schreibt. Und obwohl sie dazu viele Möglichkeiten gehabt hätte, übertreibt es die Autorin nicht mit vermeintlich komischen Situationen. Das rechne ich ihr hoch an. Und so verzeihe ich ihr auch das sehr harmonische Finale, bei dem für alles eine Lösung gefunden wird. Es passt einfach!

Der Stil von Jennifer Bentz ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist frisch, aus dem Leben gegriffen und hat mich oft zum Lachen gebracht. Klasse!

Fazit: Ich wäre auch gern in die La Dolce Kita gegangen. Eine klare Leseempfehlung.


Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier



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