23. Dezember 2017

Weihnachten in Familie - Feiern mit den Bekloppten








Titel: 7 Kilo in 3 Tagen
Autor: Christian "Pokerbeats" Huber
Verlag: Rowohlt
Seiten: 176
ISBN: 978-3499633294









Weihnachten, die Zeit, in der erwachsene Kinder nach Hause zurückkehren um mit ihren Eltern die besinnlichste Zeit des Jahres zu feiern. So kehrt auch Bastian, Anfang 30 und Single, in sein Heimatdorf zurück. Doch dieses Jahr wird das Fest der Liebe komisch. Denn seine Ex Fine ist nun mit seinem Bruder Niklas zusammen. Kann Weihnachten da überhaupt besinnlich werden?

"7 Kilo in 3 Tagen" ist mein erster Roman von Christian Huber und er hat mir sehr gut gefallen. Ich folge Huber alias Pokerbeats schon seit einiger Zeit bei Twitter und wollte daher unbedingt wissen, ob er seinen Humor auch in mehr als 140 (bzw. Seit neustem 280) Zeichen packen kann.

Die Geschichte wird von Bastian selbst erzählt. Der Grafiker führt uns dabei in die liebgewonnenen Traditionen seiner Familie ein. Seien es nun das Geschenke selbst kaufen, die Fressorgie an den Feiertagen oder die alljährlichen Frotzeleien rund um den Weihnachtsbaum, bei Familie Kollinger folgt alles einem seit Jahren hervorragend laufendem Plan. Ich musste bei der Lektüre mehrmals laut lachen, denn der Autor fängt das Fest genau so ein, wie es alljährlich in hunderten Familien stattfindet. Zugleich spürt man aber auch die Zuneigung, mit der die Zeilen verfasst worden sind. Das Buch ist kein Pamphlet gegen Weihnachten, sondern eine augenzwinkernde Hommage an das Fest mit der Familie.

Dabei sind die Figuren, die der Autor erschaffen hat, so liebenswert wie durchgeknallt. Ob nun Bastian, der sein Leben mehr schlecht als recht auf die Reihe bekommt, seine Eltern, die so knuffig wie dem Alter angemessen bekloppt sind oder die weiteren Verwandten, deren Auftritte so manches Mal an Loriot erinnerten. Alle habe ich ins Herz geschlossen und sie lieb gewonnen.

Nur mit einer Figur konnte und wollte ich nicht warm werden: Fine! Die Ex von Bastian und Neue seines Bruders Niklas war mir persönlich zu zickig und starrköpfig. Der Eindruck mag aber auch entstanden sein, da ich sie nur durch Bastians Augen erleben durfte. Dennoch: Aus ihr und mir werden keine Freunde mehr.

Die Story selbst ist locker und witzig erzählt. Christian Huber schafft es, den Humor so fließend einzubauen, dass er nicht wie mit der Brechstange reingezimmert wirkt, sondern mitfließt wie das Karamell auf dem Weihnachtsnachtisch. So manches Mal fragte ich mich, ob der Autor eine Kamera bei meinen Eltern aufgestellt hat, so akkurat und passend sind seine Schilderungen. Ich habe mich großartig amüsiert und war sehr traurig, dass ich den Roman an einem Nachmittag gelesen hatte.

Und obwohl Weihnachten bei Familie Kollinger vorbei geht, macht Pokerbeats mit einigen losen Fäden Hoffnung, dass wir uns auf ein Osterbuch mit den liebenswerten Figuren freuen können. Ich würde es mir jedenfalls sehr wünschen!

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise ist humorvoll, bestechend und mit einem sehr guten Augenmaß für Situationskomik. Grandios!

Fazit: Ein "Lese ich jedes Jahr" – Buch für alle, die Weihnachten lieben. Ich kann es nur empfehlen!


Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

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