31. Januar 2018

Bullshitbingo erster Klasse







Titel: Ragdoll - Dein letzter Tag
Autor: Daniel Cole
Übersetzer: Conny Lösch
Reihe: New Scotland Yard
Band: 1
Verlag: Ullstein
Seiten: 480
ISBN: 978-3548289199







In einer Londoner Wohnung wird eine grotesk entstellte Leiche gefunden. Denn das Opfer ist nicht ein einziges, sondern derer gleich sechs. Der Täter hat aus verschiedenen Leichenteilen eine Puppe erschaffen. Detective William Fawkes, genannt Wolf, wird zu dem Fall hinzugezogen. Und er erkennt schnell, dass der Mörder ein persönliches Spiel spielen möchte...

Ich bin lange um "Ragdoll" von Daniel Cole herumgeschlichen. Die vielen positiven, geradezu euphorischen Stimmen hatten mich zweifeln lassen. Bei meinem letzten Buchhandelsbesuch habe ich es dann gekauft. Und weiß jetzt: Ich hätte es lassen sollen.

Daniel Cole zeigt mit seinem Serienauftakt, wie gut immer noch alle gängigen Klischees in Thrillern funktionieren. Hätte ich Bullshit-Bingo nebenher gespielt, ich hätte mehrere Male gewonnen. Denn der Autor ist nicht nur bei seinem Täter unkreativ, sondern auch bei seinen Ermittlern.

Da haben wir zum Einen Wolf, dessen Ehe zerbrochen ist (oh Wunder!) und der an der Flasche hängt (wie überraschend). Er wird unterstützt von seiner Kollegin Baxter, mit der ihm eine Affäre unterstellt wird (gab es ja  noch nie!) und dem Frischling Edmunds (unglaublich kreativ).  Dass der Neue dann auch noch Profilerfähigkeiten zeigt und bald Vater wird, ist da nur noch das Sahnehäubchen auf der Klischeetorte.

Mit jedem Kapitel, das ich las, kam ich mehr zu der Überzeugung, dass ich die einzelnen Versatzstücke schon kenne und hier einfach nur aufgewärmte, neu zusammengeschusterte Thrillerkost bekomme. Der Roman mag durchaus überzeugen. Aber in meinen Augen nur denjenigen, der wenig bis keine Thriller kennt. Für einen erfahrenen Leser des Genres ist "Ragdoll" mehr zum Lachen als für spannende Lesestunden geeignet.

Und so legte ich das Buch nach gut einem Drittel zur Seite. Allerdings nicht, ohne das Ende zu lesen. Und was soll ich sagen? Auch da wartet der Autor nicht mit Kreativität auf. Im Gegenteil.

Fazit: Gefeiert, gehypt und einfach nur typisch. Nichts für eingefleischte Thrillerfans!


Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

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