7. Januar 2018

Kopflos durch Dresden







Titel: Tausend Teufel
Autor: Frank Goldammer
Reihe: Max Heller
Band: 2
Verlag: dtv
Seiten: 368
ISBN: 978-3423261708








Dresden, 2 Jahre nach dem 2. Weltkrieg: die Stadt gehört mittlerweile zur sowjetischen Besatzungszone. Immer noch sind Hunger, Angst und Tod Alltag. Oberkommissar Heller wird zu einem Leichenfund gerufen. Doch bevor er den Toten in Augenschein nehmen kann, wird der Leichnam von sowjetischen Soldaten abtransportiert. Max Heller könnte es nun gut sein lassen. Sein Gewissen treibt ihn aber zu einer Untersuchung des Fundortes an. Und dort entdeckt er einen Rucksack, gefüllt mit dem Kopf eines Unbekannten...

"Tausend Teufel" ist der zweite Fall für Max Heller und er konnte mich wieder überzeugen. Frank Goldammer versetzt seine Leser in den Winter 1947, lässt sie die Kälte und die Angst spüren und nimmt sie gleichzeitig mit auf eine Mörderjagd, die schwieriger kaum sein könnte.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man vor allem Oberkommissar Max Heller, der auch nach dem Krieg den Polizeidienst versehen darf und nicht nur mit Mördern, sondern auch mit Vetternwirtschaft zu kämpfen hat. Die Ermittlungen gestalten sich schwierig, denn die sowjetischen Besatzer haben wenig Interesse daran, dass der Mord an zwei Soldaten öffentlich bekannt wird. Heller wiederum nimmt den Dienst am Volke sehr ernst und geht dem Fall gegen alle Widerstände nach.

Die Figur Max Heller war mir schon im ersten Teil sympathisch. Der Ermittler dient nur seinem Gewissen, hat mit Politik wenig am Hut und lässt sich nicht unterkriegen. Dabei quälen ihn genau so Hunger und Kälte wie jeden anderen auch. Diese Bodenständigkeit und realitätsnahe Beschreibungen machen den Krimi zu etwas ganz besonderem. Frank Goldammer beschönigt in seinem Werk nichts. Er zeigt die brutale Nachkriegswelt und lässt den Leser hautnah erleben, was es heißt, täglich ums Überleben kämpfen zu müssen.

Die Story selbst ist spannend erzählt. Dabei setzt der Autor nicht auf blutige Effekte, sondern geht bedächtig vor. Ich musste mich mit Max Heller gedulden, durch verschiedene Seilschaften hangeln und dabei nie den Mut verlieren. Durch die eindringlichen Beschreibungen des Autors konnte ich jeden Schritt nachvollziehen. Klasse!

Das Ende ist für mich rund und passt zum Verlauf des Krimis. Die Beweggründe der Beteiligten sind nachvollziehbar und ich hatte Mitgefühl mit den Opfern und den Tätern.

Der Stil des Autors ist sehr gut und flüssig zu lesen. Seine Erzählweise glänzt durch historische Genauigkeit und dem perfekten Spagat zwischen geschichtlicher Aufklärung und spannenden Ermittlungen.

Fazit: Jage den Teufel in Dresden! Ich kann das Buch nur empfehlen!


Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Durch das Abgeben eines Kommentars erlaube ich tapsisbuchblog.blogspot.de die Speicherung meiner Daten. Um die Übersicht über Kommentare zu behalten und Missbrauch zu vermeiden,speichert diese Website Name, E-Mailadresse, Kommentar sowie IP-Adresse und Zeitstempel Ihres Kommentars. Sie können Ihre Kommentare später jederzeit wieder löschen. Weiter weise ich darauf hin, dass Google+ Avatarbilder übertragen werden. Detaillierte Informationen zu diesem Thema finden Sie in der Datenschutzerklärung.