28. Januar 2018

Lügen sind tödlich








Titel: Insomnia
Autor: Jilliane Hoffman
Übersetzer: Sophie Zeitz; Stefanie Kremer
Verlag: rororo
Seiten: 480
ISBN: 978-3499268571








In Süd-Florida verschwindet die junge Mallory Knight. Ihre Eltern sind vollkommen fertig und die Polizei sucht nach der Jugendlichen, jedoch ohne Erfolg. Die Hoffnungen schwinden, da taucht die 17-Jährige plötzlich wieder auf und das Gerücht kommt auf, sie konnte vor dem Serienkiller "Hammermann" fliehen. Nur Special Agent Bobby Dees hat seine Zweifel. Schnell bricht das Lügengerüst des Mädchens zusammen. Und ihre Lügen machen es dem Mörder nur einfacher...

"Insomnia" ist der neuste Thriller von Jilliane Hoffman und konnte mich leider nicht begeistern. Durch ihre Cupido-Reihe hatte mich die Autorin in ihren Bann gezogen, jedoch erreicht sie mit ihrem aktuellen Werk bei weitem nicht das Spannungslevel, das ich von ihr gewohnt bin. Zu ausgelutscht ist das Thema, zu vorhersehbar die Geschichte, zu austauschbar die Figuren.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man in den ersten Kapiteln Special Agent Bobby Dees, der als Spezialist für verschwundene Kinder und Jugendliche den Fall von Mallory Knight übernimmt. Das Mädchen taucht mit einer seltsamen Story wieder auf und Dees wird schnell klar: Da stimmt etwas ganz und gar nicht. Nachdem dieser Erzählstrang zügig abgeschlossen wird, folgt man 4 Jahre später Mallory Knight, die nun Callie heißt und ihr Leben der Geheimhaltung ihrer Vergangenheit und ihrem Studium gewidmet hat. Doch der Mörder, den sie damals fälschlicherweise bezichtigt hat, hat die junge Frau auch nach 4 Jahren nicht vergessen. Diese Zweiteilung hat mich zu Beginn überrascht, wirkte aber spannend. Denn mit den ersten Kapiteln legt Jilliane Hoffman den Grundstein für die weitere Geschichte.

Nur leider ist der weitere Verlauf ebenso tausendfach erzählt wie der Beginn. Eigentlich hätte ich das Buch schon nach der Vorstellung des Killers weglegen können. Denn schon dort kamen sämtliche Klischees wie stark religiöse Mutter, alkoholkranker Vater, fehlgeschlagene Therapien und Kopfweh, das nur durch Töten beruhigt werden kann, vor. Das hätte mir ein Zeichen sein sollen. Doch ich las weiter. Ein klischeebehafteter Mörder kann dennoch Spannung bieten.

Tat er aber nicht. Der Aufbau des Thrillers ist sehr klassisch: vorgetäuschte Entführung, Leben mit einem dunklen Geheimnis, ein Mörder, der nicht vergisst und mehrere auffallend Verdächtige im Umfeld des Opfers. Leider schafft es die Autorin nicht, diesem Klassiker Leben und Spannung einzuhauchen. Für mich plätscherte die Story dahin. Callie blieb für mich ebenso blass wie nichtssagend und ich konnte so auch keine Beziehung zu ihr aufbauen. Auch ihr Umgang mit gewissen Vorkommnissen war so vorhersehbar, dass ich teilweise mit den Augen gerollt habe.

Daher klappte ich das Buch entnervt und gelangweilt nach über der Hälfte zu. Ich hatte mir nach den vielen begeisterten Stimmen einen spannenden Thriller erhofft. Bekommen habe ich eine Story, die für mich als Einschlaflektüre taugt. Schade!

Fazit: Schlaflosigkeit? Bei mir definitiv nicht. Das Werk könnte allerdings Thrillerneulingen gefallen.



Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

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