19. Januar 2018

Verbrechen durch Raum und Zeit








Titel: Instabil - Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen
Autor: Thariot und Sam Feuerbach
Verlag: Selfpublishing
Seiten: 412
ISBN: 978-1979346610









Patrick Richter wird mitten in der Nacht von einem Spezialkommando in seiner Wohnung festgenommen. Man wirft ihm die Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung vor. Doch Patrick beteuert seine Unschuld. Niemand glaubt ihm. Einzig dem Ermittler Carsten Grünfeld kommen leise Zweifel. Jedoch verhallen diese ungehört und Richter soll nach Guantanamo ausgeliefert werden. In der Zelle passiert dann das Unglaubliche: Patrick verschwindet spurlos.

"Instabil – Die Vergangenheit ist noch nicht geschehen" ist der erste Teil einer Thrillertrilogie von Sam Feuerbach und Thariot. Leider konnte mich der Thriller mit den Zeitreiselementen nicht überzeugen. Die Autoren versuchen krampfhaft deutsche Schauplätze mit amerikanischer Action zu verbinden und scheitern dabei in meinen Augen am eigenen Anspruch.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man zum Einen Patrick Richter, der von jetzt auf gleich nach Guantanamo verschifft werden soll. Zum anderen lernt man aber auch Carsten Grünfeld und seinen Spezialtrupp kennen, die in Zusammenarbeit mit dem FBI Richter festsetzen sollen. Die Betonung liegt auf sollen, denn Richter verschwindet spurlos aus der Zelle und keiner weiß, wie er das angestellt hat. Dieses Szenario hat mich neugierig gemacht und ich war sehr gespannt, wie die beiden Autoren Action gepaart mit Zeitreisen und Spannung unter einen Hut bringen.

Leider scheitern die beiden für mich an ihren eigenen Zielen. Die Grundidee klingt sehr reizvoll, jedoch bleiben die Figuren sowie die Handlung für mich farb- und glanzlos. Ich konnte zu keinem der Charaktere wirklich eine Beziehung aufbauen. Das lag zum Einen daran, dass das Ensemble sehr stereotyp wirkt und mir die Gruppe der verschiedenen Charaktere (Unschuldiger auf der Flucht, Good Cop, arrogante Ermittlerzicke, FBI-Agent mit Wild-West-Manier) nur allzu bekannt vorkommt. Zum Anderen lernt man die handelnen Personen nicht wirklich kennen. Sie werden einfach ins Geschehen geworfen und bekommen nur so viel Kontur, wie es gerade zum Kontext passt. Sehr schade!

Auch die Story birgt nicht viel neues. Es gibt Verfolgungsjagden, Flüche und ganz viel "Wo zum Teufel bin ich eigentlich?". Diese Art der Geschichte habe ich vor einigen Jahren hundertfach gesehen und gelesen. Hier hätte ich mir mehr Vielfalt und Individualität gewünscht.

Desweiteren fehlte es mir an Glaubwürdigkeit. Zugegeben, dies bei einem Roman mit Zeitreisen zu verlangen, klingt paradox. Jedoch gibt es mittlerweile sehr gute und durchdachte Werke, die Zeitreisen auf ein einigermaßen wissenschaftliches Fundament stellen. Feuerbach und Thariot greifen hingegen auf einer eher zauberhafte Art des Zeitreisens zurück. Dies passt zwar zum Kontext des Thrillers, aber nicht mehr zu heutigen Erkenntnissen, wie solche Reisen theoretisch möglich wären.

Und so klappte ich das Buch nach knapp über der Hälfte zu. Weder Patrick noch sein Schicksal hatten mich in seinen Bann gezogen.

Der Stil der beiden Autoren ist gut und flüssig zu lesen. Sie halten sich nicht mit Nebensächlichkeiten auf, sondern kommen direkt zur Sache. Und das knallhart.

Fazit: Für mich ein zu instabiles und zu bekanntes Gebilde. Ich kann das Buch nicht empfehlen.


Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier



Kommentare:

  1. Hi Tapsi,
    es klingt nach deiner Rezension wirklich nicht nach einem Buch, das man gelesen haben muss. Nur Action ohne starke Charaktere mag ich nicht.
    LG
    Daniel

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    1. Hi Daniela,
      ich hatte mir auch mehr erhofft. Denn Zeitreisen sind ein Thema, was ich sehr gern habe. Doch hier war der Fokus auf Action und Knalleffekte. Nichts für mich. Leider.
      LG Denise

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