21. Februar 2018

Klopft ein Känguru an deine Tür







Titel: Die Känguru - Chroniken
Autor: Marc-Uwe Kling
Reihe: Känguru-Chroniken
Band: 1
Verlag: Ullstein
Seiten: 265
ISBN: 978-3548372570








Als Marc-Uwe eines Tages seine Wohnungstür öffnet und einem Känguru gegenübersteht, hätte er nicht gedacht, dass er kurze Zeit später mit eben jenem Känguru zusammen wohnt, dem Kapitalismus abschwört und sich mit dem im Vietcong arg gebeutelten Beuteltier auf philosophischer Ebene duellieren muss. Was nicht mal als Freundschaft begann, entwickelt sich zu einer WG in schönster Marx-Manier. Aber mit Schnapspralinen!

"Die Känguru-Chroniken" stand lange Zeit ungelesen in meinem Regal. Nachdem "Qualityland" von Marc-Uwe Kling 2017 mein Jahreshighlight war, wollte ich unbedingt wissen, ob er den Humor schon immer besaß.

In seinem Erstlingswerk merkt man dem Autor noch deutlich sein Poetry-Slam-Leben an. Die Kapitel sind kurz, radikal und stehen nur sehr lose im Zusammenhang. Doch sie haben alle eins gemeinsam: Das Känguru ist auf Krawall gebürstet. Doch dabei geht es nicht stumpf vor, sondern bringt seinen Mitbewohner Marc-Uwe durch Diskussionen, philosophische Diskurse oder durch schlichtes Nerven dazu, das zu tun, was es will. Und so finden sich die beiden auf Nazi-Demos, im Ausland oder im Clinche mit der Polizei wieder. Wenn sie nicht gerade ein Detektiv-Büro gründen.

So kann ich nicht mal sagen, ob das Werk spannend ist. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall. Man muss sich allerdings auf den Humor und das Känguru einlassen können. Ich persönlich habe einfach Abschied von der Realität genommen und es als gegeben angesehen, dass ein Künstler mit einem Känguru durch die Hauptstadt zieht. Dit is Berlin!

Hinter all dem Humor verbirgt sich so manche Gesellschaftskritik und das Känguru spricht gern mal Gedanken aus, die mich als Leser noch nach der Lektüre beschäftigt haben.

Fazit: Ein Känguru erobert Berlin. Wer schrägen Humor mag, sollte hier unbedingt zugreifen!



Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

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