11. Februar 2018

London aus Pratchetts Sicht








Titel: Dunkle Halunken
Autor: Terry Pratchett
Übersetzer: Andreas Brandhorst
Verlag: Piper
Seiten: 384
ISBN: 978-3492280655








London im 19. Jahrhundert. Der Straßenjunge Dodger rettet eine geheimnisvolle Jungfer vor bösartigen Schlägern. Doch wer will der holden Maid ans Leder? Dodger könnte es egal sein, doch die junge Frau rührt sein Herz und so begibt er sich in Londons Unterwelt (buchstäblich) um die Täter zu finden!

"Dunkle Halunken" war für mich der erste Terry-Pratchett-Roman, der keinerlei Bezug zur Scheibenwelt hatte und ich fand ihn super. Mit seinem ganz eigenen Humor entführt der Autor seine Leser in die stinkigen Straßen Londons und zeigt mal wieder, dass Wortwitz und intelligente Erzählung sich nicht ausschließen.

Zugegeben, ich hatte zu Beginn leichte Probleme in die Geschichte hinein zu finden. Das lag vor allem daran, dass ich hinter jeder Ecke eine Gestalt der Scheibenwelt erhoffte. Denn so kenne und liebe ich Terry Pratchett. Die Probleme legten sich von Kapitel zu Kapitel. Schon bald war ich im Lesefluss und konnte Dodgers Abenteuer in London gebannt verfolgen.

Die Hauptfigur wirkte sympathisch, herzensgut und mit dem nötigen Witz ausgestattet, um in und unter London überleben zu können. Das hat mir sehr gut gefallen. Dabei offenbarte Dodger immer neue Seiten, die mich staunen und lachen ließen. Großartig.

Wer Terry Pratchett kennt, weiß, dass sich seine Werke nicht mal eben nebenbei lesen lassen. Das ist auch bei diesem Roman so. Die Geschichte, die vielen hintergründigen Witze und der Erzählstil erfordern vollkommene Konzentration. Ohne sie entgehen einem so viele Feinheiten und man muss, wie es mir passiert ist, so manche Zeile dreimal lesen um deren Sinn zu erfassen. Pratchett ist nun mal ein Autor für ruhige Stunden und nicht für die Fahrt zur Arbeit.

Insgesamt hat mir "Dunkle Halunken" sehr gut gefallen. Allerdings ist das Werk eher was für Pratchett-Fans. Wer bisher mit dem Großmeister der Fantasy noch nicht in Berührung gekommen ist, dem empfehle ich zum Einstieg einen Scheibenwelt-Roman.

Fazit: London, wie es lebt und stirbt. Ich kann das Buch empfehlen.



Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier




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