28. Februar 2018

Tod der Klatschbase








Titel: One of us is lying
Autor: Karen M. McManus
Übersetzer: Anja Galic
Verlag: cbj
Seiten: 444
ISBN: 978-3570165126








Nachsitzen ist normalerweise eine eher langweilige Angelegenheit. Für Simon, der eine Klatsch-App führt, endet das Nachsitzen an der Bayview High tödlich. Die Trauer ist groß, doch hinter vorgehaltener Hand gibt es auch Bewunderer. Schließlich hat Simon die dunkelsten Geheimnisse in seiner App veröffentlicht. Doch wer hat ihn umgebracht? Mit ihm saßen nur 4 andere Schüler nach. Und alle hatten ein Motiv...

"One of us is lying" ist das Debüt von Karen M. McManus und ich war sehr neugierig auf ihren Roman. Die Beschreibung klang spannend, auch wenn die Grundidee oft verwendet wurde. Leider schafft es die Autorin nicht, ihrer Story ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Zu stark sind Klischees und ausgetretene Pfade. Schade.

Die Geschichte wird kapitelweise von den 4 Schülern erzählt, die gemeinsam mit Simon nachsitzen mussten. Schon nach den ersten Kapiteln wird klar, dass sich die Autorin die typischen Verdächtigen rausgegriffen hat: die Schulschönheit, der Sportstar, die Intelligenzbestie und der dealende Bad Boy. So wenig die Vier auf den ersten Blick gemeinsam haben, so sehr schweißt sie der Tod von Simon zusammen. Denn sie alle sind verdächtig. Und schnell wird klar: Jeder der 4 hat auch ein mögliches Motiv. Und genau hier begannen die Klischees aus dem Ruder zu laufen.

Zugegeben, schon der Klappentext hätte mich stutzig machen müssen. Doch ich war einfach neugierig, was Karen M. McManus aus der bekannten Grundidee "Tod im geschlossenen Raum und jeder hat ein Motiv" macht. Leider macht sie daraus ein typisches, stereotypes Highschool-Drama ohne Überraschungen. Die Geheimnisse der Jugendlichen sind so vorhersehbar wie typisch. Selbst die Figurenentwicklung ist klassisch vorgezeichnet, dass man ihren Weg im Dunklen findet.

Die Charaktere wirkten auf mich flach, leer und ohne eigenen Ecken und Kanten. Die Schulschönheit hat keine eigene Meinung, die Intelligenzbestie betrügt und der Dealer ist ein Bad Boy, weil man es von ihm erwartet und seine Familie zerrüttet ist. Diese Konstellationen habe ich schon vor gut 10 Jahren gesehen, gehört und gelesen. Damals war es innovativ, heute ist es nur ausgelutscht.

So legte ich das Buch bei circa der Hälfte enttäuscht zur Seite. Liebhaber von Highschool-Dramen werden Freude an diesem Roman haben.

Der Stil von Karen M. McManus ist gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise passt sich den verschiedenen Figuren an und wirkt authentisch. Das fand ich gut.

Fazit: One of us is lying and one of us is bored. Schade!



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Kommentare:

  1. Schöne Rezension! Ich bin ein bisschen froh, nicht die einzige zu sein, die den Roman nicht so toll fand, ich dachte bei dem Hype schon, ich hätte was falsch gemacht. :')

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    1. Hi Kat,

      Danke für deinen Kommentar. Falsch machst du bestimmt nichts. Der Roman ist in meinen Augen keine Innovation, trifft aber den breiten Massengeschmack.

      Lg
      Denise

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  2. Auf Twitter hattest du es ja schon erwähnt, dies nun ausgeführter zu lesen lässt mich nun doch etwas zweifeln ... Klischees sind mist, können aber überlesen werden wenn es stimmig ist oder der Rest überzeugt. Das Buch bleibt zwar auf der WuLi, da ich schon neugierig bin, aber definitiv nicht oberste Prio!

    Liebe Grüße (=

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    1. Hi Janna,

      danke dir für deinen Kommentar. Ich gebe dir vollkommen Recht: Klischees können auch spannend und gut eingebaut sein. Hier trafen zu viele bekannte und auch ausgelutschte Stereotypen aufeinander.
      LG Denise

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    2. Autsch autsch autsch - wie gesagt, WuLi ja, aber weit unten :D Cover ist aber so feinst und der Titel (ja, ich weiß, ich hab nen Knall *lach)

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    3. Och, ich finde das sehr sympathisch :) Cover und Titel hatten mich auch angezogen.

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