7. März 2018

Vergiss deinen Kugelfisch nicht!








Titel: 36 Fragen an dich
Autor: Vicki Grant
Übersetzer: Astrid Finke
Verlag: heyne fliegt
Seiten: 334
ISBN: 978-3453271654








Hildy, 18, ehrgeizig und sehr unsicher nimmt an einem psychologischen Experiment teil: Kann man jemanden nach nur 36 Fragen lieben? Ihr Partner für die Studie, Paul, sieht das Ganze pragmatisch, denn er bekommt 40$ für die Teilnahme. Schon nach den ersten Fragen wird klar, dass hier zwei Welten aufeinander knallen. Und bald fliegen nicht nur die Fetzen, sondern auch ein Kugelfisch durch die Luft.

"36 Fragen an dich" war mein erstes Jugendbuch von Vicki Grant und hat mich überzeugt. Die Autorin nimmt die 1997 von Dr. Arthur Arons durchgeführte Studie zur Grundlage und erschafft daraus einen herzlichen, berührenden und sehr witzigen Roman. Klasse.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei steht Hildy im Mittelpunkt. Paul lernt man nur durch ihre Wahrnehmung und die geführten Gespräche kennen. Einige Kapitel sind im Chat-Stil geschrieben, so dass man das Hin und Her zwischen den beiden Jugendlichen wunderbar verfolgen kann. Diese Mischung hat mich sofort in ihren Bann gezogen.

Zugegeben, die beiden Protagonisten klingen nach den typischen Jugendbuchstereotypen: Sie aus gutem Hause, klug, gebildet, aber extrem unsicher; Er, der Rebell, der Außenseiter, der immer im Leben kämpfen musste. Zum Glück entwickeln sich beide Figuren realitätsnah und ohne Übertreibungen. Beide kommen aus sich heraus und erkennen Stärken und Schwächen bei sich selbst und ihrem Gegenüber. Durch die 36 Fragen lernen sich Paul und Hildy näher kennen, verfallen aber nicht in grundloses Süßholzraspeln oder auf der Unterlippe herumkauen. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Geschichte selbst ist von Beginn an humorvoll und ich konnte die beiden Charaktere sofort ins Herz schließen. Ihre Schlagabtausche sind witzig, ohne platt zu wirken und die Einblicke in Hildys Leben und ihr soziales Umfeld bieten genug Stoff zum Nachdenken und Mitfiebern. Vicki Grant schafft es, ihren Figuren durch Humor, Liebe und Selbstzweifel Leben einzuhauchen, ohne sie zu überzeichnen oder zu karikieren. Das fand ich klasse.

Das Ende ist rund, passend und was fürs Herz. Doch auch hier schafft es die Autorin, nicht zu stark durch die rosarote Brille zu schauen. Stark.

Der Stil von Vicki Grant ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist witzig, an den passenden Stellen ernsthaft und passend für einen Roman um zwei 18-Jährige.

Fazit: 36 Fragen zum Leseglück. Ich kann das Buch sehr empfehlen.



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