5. März 2018

WARUM? - bekannte Muster, ausgetretene Wege



Jeden ersten Montag im Monat befasse ich mich mit einer Frage, die mich im Bücherversum umtreibt. Sei es zu Figuren, Handlungen, Gestaltungen oder Trends in der Literaturwelt, sobald mir eine Frage durch den Kopf geht, befasse ich mich damit. 

Vorsicht: Diese Rubrik gibt einzig meine persönliche Meinung wieder. Aber es darf gern darüber diskutiert werden.

Das Rad kann kein Autor, egal ob er Liebesromane oder Thriller schreibt, neu erfinden. Jede Geschichte wurde in irgendeiner Art und Weise schon erzählt. Dennoch fällt es mir in letzter Zeit schwer, unter Neuerscheinungen Bücher zu finden, die mich noch ansprechen. Zu bekannt wirken die Themen, zu gleich die Aufmachung. Warum werden gefühlt nur noch Romane veröffentlicht, die auf wenigen Grundideen basieren? Und warum werden genau diese Bücher Bestseller?

Ich blättere gern durch Neuerscheinungen und Ankündigungen, hole mir dort Leseideen und es baut sich eine gewisse Vorfreude auf die nächsten Monate auf. Jedoch blieb diese Vorfreude Ende 2017 in den Startlöchern stecken. Jede Vorschau, die ich mir im Hinblick auf Thriller und Krimis anschaute, enthielt ähnliche Romanideen, gleiche Aufmachungen und vor allem altbekannte Muster. Sei es nun der unzuverlässige Erzähler (den ich noch sehr gerne lese), das dunkle Geheimnis aus der Vergangenheit oder der Mörder, der weiter mordet, obwohl er tot ist oder im Gefängnis sitzt. Diese Art Geschichten waren mal innovativ und neu, wirken mittlerweile aber nur noch abgenutzt und langweilig. Denn die Muster in diesen Romanen sind die gleichen. Kaum ein Autor traut sich, die altbekannten Vorgehensweisen und Stereotypen zu durchbrechen. Warum sollte er auch? Diese Thriller und Krimis verkaufen sich wie geschnitten Brot.

Sind es also die Leser, die immer nur nach den gleichen Geschichten gieren? Die sich nicht auf etwas neues einlassen können oder wollen? Oder ist es das Marketing der Verlage, die am Altbekannten festhalten aus Angst, dass neue Wege zum Scheitern verurteilt sind? Diese Diskussion gleicht der Frage "Was war zuerst da - Huhn oder Ei?". Einerseits beeinflusst uns die Werbung und Sichtbarkeit bestimmter Bücher und Titel massiv. Auf der anderen Seite entscheiden wir Leser immer noch selbstbestimmt, was wir kaufen und lesen. Mir ist bewusst, dass ich als Vielleser einen anderen Anspruch an meine Lektüre habe, als jemand, der sich zur Entspannung im Urlaub ein Buch gönnt. Muss ich deswegen auf gute und vor allem innovative Geschichten verzichten?

Nein, muss ich nicht. Ich muss nur mehr suchen, denn die großen Verlage setzen auf Altbekanntes. Und vergeben dadurch meiner Meinung nach eine große Chance. Denn die Übersättigung mit bestimmten Themen bahnt sich an. 

Liebe Verlage, vertraut auf den Geschmack Eurer Leser und gebt ihnen neues Futter. Liebe Leser, nutzt Eure Macht und lasst Euch nicht mit dem immer gleichen Brei abspeisen. Liebe Autoren, traut Euch was! Wir Leser sind bereit!

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