25. April 2018

Die Unsichtbare und die Blinde








Titel: Tage wie Salz und Zucker
Autor: Shari Shattuck
Übersetzer: Nicole Seifert
Verlag: rowohlt
Seiten: 368
ISBN:  978-3499268670








Ellen hat sich einen Schutzpanzer angefuttert. Sie versteckt sich hinter ihren Kilos und ist für die Welt unsichtbar. Bis sie der blinden Temerity begegnet. Temerity sprüht vor Lebensfreude und Sarkasmus. Und sie schafft das, was bisher keiner konnte: Sie zaubert Ellen ein Lächeln aufs Gesicht. Mit jedem Lächeln sieht Ellen mehr von der Welt und erkennt, dass sie nicht nur sich, sondern auch andere retten kann.

"Tage wie Salz und Zucker" war mein erster Roman von Shari Shattuck und hat mich unterhalten. Die Autorin lässt zwei sehr unterschiedliche Frauen aufeinander treffen und schickt die beiden auf Weltverbesserungstour. Dies war an manchen Stellen stark übertrieben, doch die leisen, nachdenklichen Momente im Roman konnten mich überzeugen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei nimmt man an Ellens trostlosen Leben teil. Ellen hat gelernt, im Alltag unsichtbar zu werden. Mit Vorliebe beobachtet sie ihre Nachbarn, isst gegen die Einsamkeit und Angst und führt ein monotones Leben. Dieser Alltag hat mich erschrocken und zugleich konnte ich gut nachvollziehen, warum Ellen so lebt. Die Autorin zeigt hier Fingerspitzengefühl und schildert das Leben ihrer übergewichtigen Protagonistin detailreich, aber nicht lächerlich. Das fand ich toll.

Als Ellen dann im Bus auf die blinde Temerity trifft und die blinde Frau sich mit ihr anfreunden will, gerät die Monotonie aus dem Tritt. Ich finde diese Idee sehr süß, allerdings übertreibt Shari Shattuck i in den Momenten, als das ungleiche Duo versucht, die Welt zu verbessern. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Gern hätte ich auch mehr über Ellens und Temeritys Vergangenheit erfahren. Zwar gibt es Andeutungen, aber vieles bleibt im Dunkeln. Das fand ich schade.

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist sowohl nachdenklich, als auch lebensbejahend. Toll!

Fazit: Ein Buch für den Strand oder einen gemütlichen Nachmittag auf der Terrasse. Nichts weltbewegendes, aber dennoch schön zu lesen.



Neugierig geworden? Eine Leseprobe findet Ihr hier

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