11. Mai 2018

Ein Sprung, der zur Wahrheit führt







Titel: Glaube Liebe Tod
Autor: Peter Gallert und Jörg Reiter
Reihe: Martin Bauer
Band: 1
Verlag: Ullstein
Seiten: 416
ISBN: 978-3548288918








Polizeiseelsorger Martin Bauer wird zu einem verzweifelten Mann auf einer Brücke gerufen. Der Polizist will springen. Doch Martin Bauer kommt ihm zuvor und springt einfach in die Fluten. Gerettet wird er von eben noch Todessehnsüchtigen. Stunden später ist der Polizist tot. Bauer glaubt nicht an einen Suizid und beginnt mit Nachforschungen, die ihn in die dunklen Viertel Duisburgs führen.

"Glaube Liebe Tod" ist der erste Fall für Martin Bauer und hat mir sehr gut gefallen. Das Autorenduo Peter Gallert und Jörg Reiter bringen mit dem Seelsorger frischen Wind in die Krimiwelt und zeigen, dass mehrere Ebenen zur Spannung und nicht zur Verwirrung beitragen.

Die Geschichte wird von einem auktorialen Erzähler berichtet. Dabei folgt man nicht nur Martin Bauer, der sich als Seelsorger um Hinterbliebene und Überlebende von Einsätzen kümmert, sondern auch der Kommissarin Verena Dohr, die Bauer gleichermaßen verflucht und schützt. Zudem lernt man Tilo, den Sohn des toten Polizisten, kennen und bekommt einen Einblick in das Rotlichtviertel Duisburgs. Ich bin ein großer Fan von verschiedenen Ebenen in Kriminalromanen und meine Begeisterung wuchs von Kapitel zu Kapitel. Gallert/Reiter verweben die einzelnen Stränge gekonnt miteinander. So kommen weder Verwirrung noch Unsicherheiten auf. Klasse!

Martin Bauer ist ein sympathischer, wenngleich nicht aalglatter Seelsorger. Das hat mir sehr gut gefallen. Er wirkt menschlich und zeigt im Verlaufe des Buches auch Schwächen. Ihm gegenüber steht Verena Dohr, die ich zu Beginn harsch und kalt empfand. Ihre persönliche Geschichte wird nur kurz angerissen, doch dadurch lernt man sie zumindest zu einem Teil verstehen. Insgesamt wirken die Protagonisten auf mich glaubwürdig und realitätsnah.

Die Story an sich nimmt mit jedem gelesenen Kapitel mehr an Fahrt auf. Die Autoren verlangen von ihren Lesern ein gewisses Maß an Aufmerksamkeit und fordern zum Mitdenken auf. Das fand ich toll. Ich konnte mit Bauer Zeugen befragen, Zusammenhänge erfassen und dennoch immer menschlich einfühlsam bleiben. Gallert/Reiter ist damit ein großartiger Balanceakt zwischen Polizeiarbeit und Seelsorge gelungen.

Das Finale ist logisch herbeigeführt, auch wenn es zwei Szenen gab, bei denen ich, ob der großzügigen Auslegung von Zufällen, grinsen musste. Dennoch fand ich das Ende toll gelöst und realitätsnah. Das Tolle: Der Krimi kommt ganz ohne hollywoodeske Knalleffekte aus. Großartig!

Der Stil von Gallert und Reiter ist sehr gut und flüssig zu lesen. Ihre Erzählweise ist detailgenau, direkt und an den richtigen Stellen einfühlsam.

Fazit: Ein toller Krimi mit einem mutigen Seelsorger. Ich kann das Buch sehr empfehlen.



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Kommentare:

  1. Es freut mich, dass Dir dieser Krimi auch so gut gefallen hat. Inzwischen habe ich den zweiten Band "Tiefer denn die Hölle" gelesen und war genauso begeistert wie vom ersten Teil. Dort erfährt man auch ein bisschen mehr Privates über Verena Dohr.
    Ich hoffe, die beiden Autoren schreiben zu dieser Serie noch viele Bände, denn die Figuren überzeugen und ihre Erzählweise hat mich jedes Mal gepackt. Und obwohl ich nicht aus der Gegend um Duisburg stamme, gefällt mir auch, dass die Region, in der die Krimis spielen, immer einbezogen wird.
    LG Gabi

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    1. Hi Gabi,

      ich danke dir für den Tipp! Der zweite Band steht auch schon auf meiner Wunschliste. Gut zu wissen, dass man mehr über Verena erfährt. Da bin ich sehr neugierig!
      LG
      Denise

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